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Zu süß, zu fett - Wenn Nahrung abhängig macht

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Zu süß, zu fett - Wenn Nahrung abhängig macht

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Gerade zur Weihnachtszeit vergessen viele ihre guten Vorsätze und lassen sich von Kalorienbomben wie Schokolade oder Bonbons verführen. Was genau im Gehirn geschieht, wenn Lust auf Süßes die Kontrolle übernimmt, untersuchen Wissenschaftler im italienischen Pisa. Dazu werden Testpersonen im MRT Bilder von leckeren Speisen vorgeführt und sogar Schokoladenhäppchen verabreicht um den Geschmackssinn anzuregen. NEUROFAST heißt das europäische Forschungsprojekt und soll zeigen, welche neurobiologischen Mechanismen dafür sorgen, dass Menschen zu viel essen.

“Die Gehirnaktivität wird durch einen Reiz stimuliert, in diesem Fall Schokolade”, sagt die Forscherin Angela Guzzardi. “Diese Reaktionen können wir bei normal- und bei übergewichtigen Menschen beobachten. Wie stark die Reaktion ausfällt, hängt davon ab, ob die übergewichtige Person mehr oder minder stark von der Nahrung abhängig ist.”

Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass bestimmte Patienten beim Essen weniger Befriedigung empfinden, also einen stärkeren Reiz brauchen, und demenstrpechend mehr Nahrung zu sich nehmen. Das neurologische Belohnungssystem spielt auch bei der Nahrung eine Rolle, es ist vergleichbar mit dem Belohnungssystem für Alkohol und kann ebenso abhängig machen.
Einen Weg, Esssucht und Übergewicht zu reduzieren, ist die Verringerung des Kaloriengehalts von Nahrungsmitteln. Damit befasst sich ein anderes Forschungsprojekt namens PLEASURE. Französische Wissenschaftler in Nantes versuchen, Pizza abzuspecken.

“Dieses Projekt kann dazu beitragen, den Zucker, Salz und Fettgehalt zu verringern, dennoch bleibt es ein für den Konsumenten annehmbares wohlschmeckendes Nahrungsprodukt”, meint Lebensmittelexperte Alain Le Bail.

Getestet wird die Laborpizza von Maschinen, die den menschlichen Verdauungstrakt nachahmen. Künstlich veränderte Fettmacher, die eben nicht mehr auf die Hüften schlagen, das wäre dann wohl der Traum eines jeden Essjunkies. Die Ursachen der Fettsucht, Angst, Stress oder genetische Faktoren, bleiben jedoch nach wie vor intakt.