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"Mandelas Tod hat politische Führer zusammengebracht"

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"Mandelas Tod hat politische Führer zusammengebracht"

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Mehr als 90 Staats- und Regierungschefs sind zur zentralen Trauerfeier nach Südafrika gereist, um Nelson Mandela die letzte Ehre zu erweisen. Es gab Applaus, es gab Pfiffe bei den Reden. euronews-Sonderkorrespondent François Chignac berichtet von den Höhepunkten der Veranstaltung.

Laurence Alexandrowicz, euronews, Lyon:
“François Chignac, Sie sind im Soccer City Stadion von Johannesburg. Präsident Barack Obama hat Nelson Mandela einen Giganten der Geschichte genannt. Gleichzeitig hat er auch die politischen Führer kritisiert, die einerseits Mandela als Friedensbringer ehren und andererseits ihre Bevölkerung unterdrücken. Ist der Geist Mandelas noch lebendig in den Köpfen der heutigen Staatschefs?

François Chignac, euronews, Johannesburg:
“Ja, er ist lebendig und wird auch weiter in den Köpfen der Menschen bleiben. Und wie UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon eben in seiner Rede sagte, hat selbst der Tod Mandelas die politischen Führer zusammengebracht. Mehr als 90 Staats- und Regierungschefs weltweit sind da.
Wir sahen Barack Obama, der Raúl Castros Hand schüttelte. Man sah Obama an der Seite George W. Bushs. Oder Hollande an der Seite Nicolas Sarkozys.
Die Japaner sind Seite an Seite mit den Chinesen. Iraner sitzen neben Arabern und Türken. Alle politischen Führer sind da, um Nelson Mandela die letzte Ehre zu erweisen.”

Alexandrowicz:
“Gab es andere Momente, die die Zeremonie geprägt haben? Es waren auch Pfiffe zu hören…”

Chignac:
“Das war, als der südafrikanische Präsident Jacob Zuma erschien. Er ist seit 2009 im Amt. Und als er ins Mikro sprach, waren im ganzen Soccer City Stadion von Johannesburg Pfiffe zu hören. Anfangs kam er gar nicht zu Wort – ein schwieriges Vorzeichen für die Zukunft Südafrikas. Nächstes Jahr stehen dort Wahlen an. Der ANC, die Partei Jacob Zumas, wird stark kritisiert. Bei seinem Erscheinen hier im Soccer City Stadion gab es ein regelrechtes Pfeifkonzert.”

Alexandrowicz:
“Danke François, und zur Erinnerung: Heute wurde in Oslo der Friedensnobelpreis vergeben, den Mandela zusammen mit Frederik de Klerk vor genau zwanzig Jahren selbst erhielt.”