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Proteste gegen Stellenabbau: "EADS ist kein Sanierungsfall"

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Proteste gegen Stellenabbau: "EADS ist kein Sanierungsfall"

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Das Unternehmen meldet steigende Erträge, der Vorstandschef Tom Enders gibt der Politik schuld an schlechten Aussichten im Rüstungsgeschäft und will 5.800 Jobs streichen – viele Mitarbeiter beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS verstehen die Welt nicht mehr. Und sind wütend.

Peter Störecker, EADS-Mitarbeiter in Manching:
“Ich meine, das ist eine Sauerei, was da vor sich geht. Wir machen Gewinn, wir sind voll ausgelastet, ich weiß nicht, was das soll.”

Nach EADS-Plänen sollen die meisten Arbeitsplätze in deutschen Standorten wegfallen, 2.600 der 5.800. Die Zusammenlegung der Rüstungssparte “Cassidian”, der Raumfahrttochter “Astrium” mit “Airbus Military” trifft vor allem die Werke im Süden Deutschlands – viele Standorte liegen in Bayern. 1.500 Menschen droht der Rauswurf, die restlichen Jobs sollen ohne Kündigungen verschwinden. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 140.000 Menschen.

Der Chef des EADS-Gesamtbetriebsrats befürchtet durch den Know-How-Verlust einen schweren Schlag gegen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, das künftig “Airbus” heißen soll. Rüdiger Lütjen:

“Deswegen halten wir das Projekt betriebsbedingte Kündigungen eben nicht nur aus persönlicher Sicht für unattraktiv und untragbar, sondern Sie müssen sich vorstellen, das Projekt soll über drei Jahre gehen und wenn Sie dann als Beschäftigter immer mit der Kündigungsdrohung im Nacken arbeiten wollen, was soll das werden?”

Vor großangelegten Protesten wolle man abwarten, wie sich die Zahlen auf die einzelnen EADS-Niederlassungen verteilen.

EADS hatte nach einem guten Jahr 2012 (operatives Ergebnis EBIT 2 ,2 Milliarden Euro), in den ersten neun Monaten 2013 gut ein Drittel mehr Gewinn (EBIT 2,15 Milliarden Euro) gemeldet als im Jahr zuvor. IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner: “EADS ist kein Sanierungsfall”.

Unternehmenschef Tom Enders begründete den geplanten Jobabbau mit der – an der Politik – gescheiterten Fusion mit der britischen Rüstungsfirma BAE Systems.

Laut Insidern hatte Berlin eine Fusion blockiert.

Sigrid Ulrich mit Reuters