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"Chinesische Mauern" gegen tollkühne Bankgeschäfte

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"Chinesische Mauern" gegen tollkühne Bankgeschäfte

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Mit der “Volcker-Regel” (Volcker-Rule) will Washington wilde Spekulation bei Banken bremsen und eine neue Finanzkrise verhindern. Ein Kraftakt: Die fünf US-Aufsichtsorgane hatten sich trotz großer interner Konflikte zum ersten Mal seit den 80er-Jahren wieder auf ein gemeinsames Regelwerk geeinigt.

Der Zweck: Riskante Wetten auf den Finanzmärkten sollen den Investoren vorbehalten bleiben, die Totalverluste hinnehmen können, ohne dass der Steuerzahler sie retten muss.

Allerdings: die komplizierte “Volcker-Rule” tritt erst ab 2015 voll in Kraft – genug Zeit für die Wallstreet-Banken, die Hintertürchen zu finden.

Mark Rifkin, Partner bei der US-Anwaltskanzlei Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz:

“Am Ende werden die Wall-Street-Finanzleute herauskriegen, wo die Lücken sind in der “Volcker-Regel”. Sie werden diese Lücken nutzen genauso wie sie die Zulassung des Eigenhandels genutzt haben, als die Trennung zwischen klassischem Einlagen- und Kreditgeschäft und Investmentbanken fiel.”

2012 hatte ein einziger Händler bei JPMorgan, genannt der “Wal von London”, im Namen der Bank 6 Milliarden Dollar verwettet.

Ex-Notenbankchef Paul Volcker hatte nach der Finanzkrise eine neue klare Trennlinie vorgeschlagen. Derartige “Chinesische Mauern” im Bankgeschäft waren von der Regierung Clinton 1999 abgeschafft worden. So sollten die US-Banken im globalisierten Geschäft wettbewerbsfähiger werden. Volcker hatte diese Deregulierung immer wieder als fatalen Fehler kritisiert.

su mit Reuters, dpa