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Falsche Gebärdensprache entfacht Wut der Gehörlosen


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Falsche Gebärdensprache entfacht Wut der Gehörlosen

Der Mann, der während der Trauerfeier für Nelson Mandela in Johannesburg, die Reden in vermeintliche Gebärdensprache übersetzte, machte ganz einfach irgendwelche Gesten – alles andere als richtige Gebärdensprache.
Schon während der Feier haben das natürlich zahlreiche Menschen – auch vor den Fernsehern – bemerkt und auf Twitter angezeigt.

“Könnte bitte mal jemand dem Übersetzer in Gebärdensprache sagen, dass er abtreten soll? Er macht sich über unseren Beruf lustig”

“Der Übersetzer in Gebärdensprache, der mit dem ANC-Chef auf der Bühne steht, macht Unfug. Er kann keine Gebärdensprache. Bitte holt ihn runter.”

Eine englischsprachige Internetseite für Gehörlose analysiert die ungewöhnlichen Gesten des Mannes, die es in der Gebärdensprache nicht gibt. Weder sein Gesicht noch seine Gesten geben wieder, was gesagt wird.

Einige Übersetzer aus Südafrika erinnern sich sogar daran, dass derselbe Mann schon bei einem ANC-Kongress im Dezember 2012 aufgetreten war.

“Er hatte auf dem ANC-Wahlkongress in Mangaung im vergangenen Dezember Zeichen gemacht. Es sieht aus, als sei er zurückgekommen, um Rache zu üben!”

Viele Gehörlose fühlen sich verletzt durch diesen falschen Übersetzer, so als wolle man sich auf der Trauerfeier des Mannes, der alle miteinander versöhnen wollte, über sie lustig machen.

Offenbar bereitet die südafrikanische Regierung jetzt eine Entschuldigung vor.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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