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Graffitis in Kairo, Revolution an der Wand

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Graffitis in Kairo, Revolution an der Wand

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Graffitis säumen die Mohamed-Mahmoud-Straße in Kairo. Hier kam es während des arabischen Frühlings zu schweren Zusammenstößen. Die Bilder erzählen von der Gewalt, stellen politische und soziale Forderungen, es sind aber auch Kunstwerke. Die immer wieder kommentiert und mit neuen Graffitis übersprüht werden. Ein lebendiges Kunstwerk, meint Sprayer Mohammed Khaled.

“Es ist wichtig, dass wir unsere Vorstelllungen und Ziele auf die Wand spühen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Denn das sehen die Leute Tag für Tag, wenn sie daran vorbeigehen, es gibt ihnen neue Einblicke, wirft Fragen auf. Es hilft ihnen, die Situation zu verstehen.”

Die Mohamed-Mahmoud-Straße, die zum Tahrir-Platz führt, ist ein Ort der Erinnerung an die Revolution, der sich auch bei Touristen steigender Beliebtheit erfreut.

Die Graffitis sind Kunst und eine Form der freien Meinungsäußerung. Graffiti-Künstler kommentieren das aktuelle Geschehen. Die Bilder der Mohamed-Mahmoud-Straße lesen sich wie eine Wandzeitung.

Den Behörden ist der Mauerpark ein Dorn im Auge. Immer wieder kommt es zu Säuberungsaktionen, werden die Bilder weiß übertüncht. Doch die Graffiti-Künstler lassen sich nicht abschrecken.“In eindrucksvollen Bildern fassen Sprühkünstler die Ereignisse in Ägypten zusammen”, berichtet euronews-Reporter Mohammed Shaikhibrahim. “Sie haben eine neue Ausdrucksform etabliert, um Opposition zu zeigen und den Sorgen der Menschen Gehör zu verschaffen. Über zwei Jahre nach dem ägyptischen Frühling sagen diese Bilder: Die Revolution lebt weiter, in der Vielfalt der Farben.”