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Janukowitschs Doppelstrategie

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Janukowitschs Doppelstrategie

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Eine Brücke nach Brüssel, aber nicht ohne Russland, so scheint die neue Strategie der Ukraine auszusehen. Nach der Beratung mit drei früheren Präsidenten sagte Janukowitsch, die Zukunft des Landes hänge auch von guten Handelsbeziehungen zu Russland ab.

Der Präsident erklärte danach im Fernsehen, er wolle sich nicht zwischen guten Beziehungen zur EU oder guten Beziehungen zu Russland entscheiden. Es müsse ein Mittelweg eingeschlagen werden. Er denke, die EU könne nur beruhigt sein, wenn die Ukraine gute Beziehungen zu Moskau habe. Denn dadurch würden vergangene Konflikte wie der Gasstreit zwischen Kiew und Moskau in Zukunft vermieden werden.

Janukowitsch kündigte an, festgenommene Demonstranten frei zu lassen und gewaltbereite Sicherheitskräfte zu bestrafen. Für heute ist außerdem ein runder Tisch mit der Opposition geplant.

Im euronews-Interview sagte Ex-Präsident Viktor Juschtschenko nach dem Treffen, er glaube nicht, dass ein Großeinsatz der Polizei bevorstehe. Die Regierung werde stattdessen den Dialog suchen. Die Oppositionsführer müssten sich nun definieren und ihren politischen Willen zeigen. Denn die Demonstrationen könnten nicht ewig so viele Menschen anziehen wie am vergangenen Sonntag.

Dialog oder doch ein Großeinsatz der Polizei auf dem Unabhängigkeitsplatz? Die Oppositionspartei Julia Timoschenkos warnte davor, dass Sicherheitskräfte Maidan diese Nacht stürmen könnten.