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Proteste in der Ukraine: Die Polizei zieht vorläufig ab

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Proteste in der Ukraine: Die Polizei zieht vorläufig ab

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Nach internationaler Kritik hat die Führung in Kiew einige Sondereinheiten der Polizei vom Unabhängigkeitsplatz Maidan zurückgezogen. Es werde keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten geben, erklärte Regierungschef Nikolai Asarow. Auch Innenminister Witali Sachartschenko stimmte versöhnliche Töne an und versicherte der prowestlichen Opposition und den Protestlern, dass der Maidan nicht erstürmt werde. Die Polizei habe lediglich die Barrikaden weggeräumt.

Einem Mann zufolge sind die Politiker am Zug: “Die Politiker müssen es lösen. Wir, die Bürger, versuchen etwas zu tun, doch die Politiker machen das Gegenteil. Dabei ist es doch eigentlich einfach. Wir müssen uns einfach unterhalten, wie Nachbarn. Wenn Nachbarn einen Konflikt haben, dann rufen sie entweder die Polizei oder sie finden einen Kompromiss, denn sie müssen schließlich miteinander leben. In der Ukraine ist es das Gleiche, wenn wir unsere Probleme nicht allein lösen können, dann müssen wir jemanden um Hilfe bitten.”

Am frühen Morgen sah die Situation noch anders aus: Hunderte Kräfte der Sondereinheit “Berkut” vertrieben Demonstranten aus dem belagerten Regierungsviertel. Die Polizei nahm acht Menschen wegen Rowdytums fest. Einige wurden mittlerweile wieder freigelassen.

Unsere Korrespondentin Maria Korenyuk sagte: “Gestern haben die ukrainischen Behörden angekündigt, dass sie den Konflikt friedlich lösen wollen, doch ihre Aktionen sprechen eine andere Sprache. Die Polizei hat fast alle Barrikaden im Zentrum von Kiew entfernt und ist mit Gewalt gegen die Demonstranten vorgegangen.”