Eilmeldung

Eilmeldung

Spirale der Gewalt in Zentralafrika: Frankreichs schwierige Mission

Sie lesen gerade:

Spirale der Gewalt in Zentralafrika: Frankreichs schwierige Mission

Schriftgrösse Aa Aa

Französische Soldaten haben sich in Bangui, der Hauptstadt Zentralafrikas, Feuergefechte mit Milizen geliefert. In dem bitterarmen Land brodelt seit Monaten ein religiöser Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Anwohner berichten von Lynchmorden und Plünderungen.

Die französische Opposition wirft Präsident François Hollande vor, zu spät in der ehemaligen Kolonie eingegriffen zu haben.Hollande erklärte bei seiner Stippvisite in Bangui: “Frankreich ist nicht wegen eigener Interessen nach Zentralafrika gekommen. Wir haben hier nichts zu gewinnen und haben nicht vor, ungerechtfertigten Einfluss auszuüben. Frankreichs einziges Ziel ist, der Bevölkerung zu helfen, die von gesetzlosen Banden bedroht wird”, so Hollande.

Knapp eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht. Es entsteht eine Spirale der Gewalt, immer wieder kommt es zu Racheaktionen der Muslime und der Christen. Ein muslimischer Seleka-Kämpfer klagte: “Ich bin wütend auf die französischen Soldaten. Es ist ungerecht, denn sie schützen die einen, während sie die anderen im Stich lassen. Das ist nicht gut, sie sollten für alle Zentralafrikaner da sein. Sie schützen nur die Christen und nicht die Muslime.”

Am Dienstag sind zwei französische Soldaten gefallen. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian zufolge soll die gefährliche Mission sechs Monate dauern.