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Trauerfeier für Mandela: "Abschied von einem Leuchtfeuer der Hoffnung"

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Trauerfeier für Mandela: "Abschied von einem Leuchtfeuer der Hoffnung"

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Es war eine bewegende Trauerfeier: Zehntausende Südafrikaner, Familienangehörige und rund 90 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben Abschied von Nelson Mandela genommen.Viele Südafrikaner waren schon am frühen Morgen in das Soccer-City Stadium in Johannesburg gekommen. Die Atmosphäre vor der Trauerfeier war fröhlich und beschwingt und erinnerte an die Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft vor drei Jahren.

Ein früherer Mitgefangener Mandelas auf Robben Island betonte, Mandelas Größe habe auf seiner Bescheidenheit beruht und seinem tiefen Glauben an eine kollektive Führung. Mandela sei überzeugt davon gewesen, dass man Erkenntnisse miteinander teilen, man aufeinander hören und von einander lernen müsse.

Unter den Trauergästen waren auch US-Präsident Barack Obama, der frühere britische Premier Tony Blair und der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Brasiliens Präsidentin Dilma Roussef würdigte Mandela als Vorbild für alle die Freiheit und Gerechtigkeit anstrebten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte Mandela ein “Leuchtfeuer der Hoffnung”.

“Mandela lehrte uns die Macht der Tat aber auch die Macht der Ideen”, so Obama. “Er lehrte uns die Bedeutung der Vernunft und der Argumente. Die Wichtigkeit sich mit jenen auseinanderzusetzen, mit denen wir übereinstimmen, aber auch mit jenen, mit denen wir nicht übereinstimmen. Er verstand, dass Ideen nicht durch Gefängnismauern aufgehalten oder durch die Kugel eines Scharfschützen ausgelöscht werden können.

Am Rande der Trauerfeier kam es zu einem historischen Zusammentreffen: Obama und der kubanische Präsident Raul Castro schüttelten sich die Hand. Die Beziehungen zwischen den USA und dem sozialistischen Kuba sind seit Jahrzehnten extrem angespannt.

Seit Mandelas Tod hängen tiefe Wolken über Johannesburg und es fällt heftiger Regen. In der afrikanischen Kultur ein Zeichen dafür, dass ein angesehener Stammesältester gestorben ist und im Jenseits von seinen Ahnen empfangen wurde.