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WM-Spielort Manaus im Kreuzfeuer britischer Medien-Häme

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WM-Spielort Manaus im Kreuzfeuer britischer Medien-Häme

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Manaus – Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas und Spielort der Fußball-WM 2014.
Seit der WM-Gruppenauslosung ist die Metropole Blickpunkt britischer Medien, wird doch hier am 14. Juni der Klassiker England gegen Italien ausgetragen.
Grund genug für eine Reisewarnung der Boulevard-Zeitung Daily Mirror, die Manaus als einen von Verbrechen heimgesuchten Vorhof zur Hölle beschreibt.
Der Bürgermeister von Manaus, Arthur Virgilio, wehrt sich etwas ungeschickt:

“Ich werde jedem interessierten Besucher gerne alles zeigen, was er möchte. Es gibt viel zu tun in Manaus, wir haben viele Probleme im sozialen Bereich. Und wir schleppen etliche Jahrzehnte alte andere Konflikte bis heute mit uns herum. Die können wir nicht über Nacht beseitigen, das käme einem Wunder gleich.”

Typisch britische Fußball- Propaganda oder tatsächlich Kriminalitäts-Hochburg?
Der Ruf von Manaus ist zumindest umstritten. Unstrittig ist eine hohe Kriminalitäts-Rate, so Manaus` WM-Projektmanager Miguel Capobiango:

“Nicht nur die Drogen sind ein Problem. Es gibt viel häusliche Gewalt. Also Probleme, bei denen die Polizei auch mit erhöhter Präsenz nicht eingreifen kann. Diese Fälle von häuslicher Gewalt lassen sich unglücklicherweise von der Polizei nicht eindämmen.”

Am Ruf von Manaus lässt sich bestimmt noch arbeiten. Tatsächlich sind 70 Prozent der in Manaus verübten Totschlags-Delikte auf Auseinandersetzungen im Drogen-Millieu von Elends-Vierteln zurückzuführen. WM-Urlauber dürften davon in Manaus kaum berührt werden.