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Syriens Aufständische bekommen keine US-Ausrüstung mehr

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Syriens Aufständische bekommen keine US-Ausrüstung mehr

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Syriens Aufständische bekommen vorerst keine Ausrüstung mehr aus den USA und aus Großbritannien. Anlass dafür war ein Kampf zwischen der weltlich orientierten Freien Syrischen Armee, die sich vor allem aus Überläufern aus der regulären Armee speist, und islamistischen Aufständischen – Gruppierungen, die nur theoretisch zusammen gegen die Machthaber kämpfen, faktisch aber oft gegeneinander.

Bei diesen Kämpfen wurde der Sitz der FSA überfallen und offenbar auch ein Lager mit Waffen und Ausrüstung geplündert. Nach amerikanischer und britischer Sicht sind
diese Dinge damit in die falschen Hände gelangt – so hatte man sich die Hilfe für die Aufständischen nicht vorgestellt. Bei der nun ausgesetzten Hilfe geht es um “nichttödliche” Güter zur Unterstützung, wie Computer, Funkgeräte oder Essensrationen.

Westliche Länder wollen nur mit den Aufständischen zusammenarbeiten, die ihnen genehm sind – also mit weltlich geprägten, westlich eingestellten Gruppen: Islamisten
wie die der Islamischen Front scheiden damit aus. Die Front hat sich aber gerade von der Freien Syrischen Armee losgesagt; andere Islamistengruppen wie die Nusra-Front
gehörten gar nicht erst dazu, sondern kämpfen von Beginn an auf eigene Rechnung und mit eigenen Absichten.

Die zunehmende Zersplitterung der Opposition erschwert aber im syrischen Bürgerkrieg jede Lösung. Selbst wenn es inzwischen zu der schon im Sommer geplanten neuen Syrienkonferenz in Genf gekommen wäre, wäre unklar, wer die Gegner von Machthaber Baschar Assad dort hätte vertreten können. Den militärischen
Kampf gegen Assad dominieren inzwischen die Islamisten. Den Wunschpartnern des Westens gehen immer wieder Verbündete verloren.