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Das marokkanische Kino steht auf Platz drei in Afrika

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Das marokkanische Kino steht auf Platz drei in Afrika

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Die marokkanische Filmindustrie boomt, jedes Jahr werden rund 20 Spielfilme produziert. Dank staatlicher Unterstützung und Festivals wie in Marrakesch ist das marokkanische Kino auf einen guten Weg zu etablierten Filmnationen aufzuschließen.

Die Regisseurin Narjiss Nejar sagt:
“Was das marokkanische Kino angeht, bin ich sehr zuversichtlich. Man spürt eine große Energie, es entwickelt sich langsam aber sicher. Wir haben das Glück in einem Land zu leben, das uns kreative Freiheit lässt, das ist ungewöhnlich in der arabischen Welt.”

Der marokkanische Schauspieler und Regisseur Driss Roukh bestätigt die positive Entwicklung:

“Sowohl das Niveau als auch die Anzahl der Produktionen sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Aktuell können wir Erfolge verbuchen, insbesondere beim internationalen Filmfestival in Marrakesch. Ein marokkanischer Schauspieler und damit das marokkanische Kino sollte dort mit dem Hauptpreis ausgezeichnet werden.”

Das Land steht derzeit auf Platz fünf der Filmset-Weltrangliste: Die Landschaften Marokkos ziehen Filmproduzenten und Regisseure aus der ganzen Welt an.

Die marokkanische Schauspielerin Naima Ilyas sagt:
“Das marokkanische Kino entwickelt sich mit großen Schritten zu einer echten Filmindustrie. Früher kannte niemand marokkanische Filme, aber jetzt erreichen sie internationale Aufmerksamkeit.”

In Bezug auf die Anzahl jährlicher Produktionen steht Marokko in Afrika auf Platz drei hinter Südafrika und Ägypten.

Schauspieler, Regisseur und Produzent Said Naciri sagt:
“Ich bin sehr zufrieden mit dem Niveau des marokkanischen Kinos, unsere Filme werden zunehmend anerkannt. Mittlerweile kommen wir auf mehr als 20 Produktionen jährlich. Das ist wirklich erfreulich, diese Anzahl haben wir früher nicht erreicht, das ist außergewöhnlich.”

Die marokkanische Filmindustrie ist weitgehend abhängig von staatlicher Unterstützung.

Regssisseur Kamal Kamal sagt:
“Der marokkanische Film schafft es nicht, seine Finanzierungsschwierigkeiten zu überwinden. Das Produktionsverhältnis zwischen marokkanischen und französischen Filmen ist 1 zu 20, zwischen marokkanischen und amerikanischen 1 zu 100. Das Kino ist auch eine Industrie. Es ist kreative Arbeit, aber auch eine Industrie und die Industrie benötigt Geld.”

Auch mit der Kino-Kultur geht es bergab: Immer mehr Kinos schließen, von einst 350 sind 65 Kinosäle übrig geblieben.

Regisseur Latif Lehlou:
“Wir kommen zwar auf 20 Filmproduktionen jährlich, aber die Kinosäle verschwinden, das Publikum wird weniger, das ist unser Problem. Aber die Filmindustrie ist auf einem guten Weg, wir drehen Filme auf hohem Niveau, es gibt sowohl technisch als auch thematisch eine spürbare Entwicklung.”

Das marokkanische Kino ist jung, 1958 wurde der erste marokkanische Film gedreht.