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"Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren verschärft Spannungen in EU"

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"Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren verschärft Spannungen in EU"

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Laurent aus Brüssel hat über unsere Website eine Frage an Utalk gestellt:

“Mehrere EU-Länder haben den Zugang zu ihren Arbeitsmärkten für Rumänen und Bulgaren beschränkt. Am 31. Dezember fallen diese Schranken. Was wird sich dadurch ändern und ist das eine gute Sache?”

Pascal Delwit, Politologe von der Université libre de Bruxelles antwortet:

“Mit dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens haben andere EU-Staaten eine Reihe an Zugangsbeschränkungen eingeführt. Wenn am 31. Dezember dieses Jahres Rumänen und Bulgaren freien Zugang zu den anderen Arbeitsmärkten erhalten, wird sich durchaus etwas ändern.

Quantitativ wird es wohl relativ wenig Veränderungen geben. Wir erwarten keine großen Migrationsbewegungen. Qualitativ aber kann es durchaus eine Reihe an Veränderungen geben. So können etwa Rumänen oder Bulgaren dorthin zurückkehren, wo sie unterrepräsentiert waren. Man denke zum Beispiel an Teile der rumänischen Gemeinde in Spanien.

Etwas allgemeiner gesagt sollte es für gut ausgebildete Bulgaren und Rumänen dann einfacher sein, sich in den Staaten niederzulassen, in denen es bisher Beschränkungen gibt.

Und schließlich eine weitere qualitative Veränderung: Einige der Beschränkungen stärkten auch den Schwarzmarkt, viele Bulgaren und Rumänen arbeiten derzeit schwarz in den Ländern, die Beschränkungen haben.

Die Aufhebung dieser Beschränkungen wird auch politisch Folgen haben. Denn in vielen Ländern ist der Arbeitsmarkt angespannt, insbesondere zum Beispiel in den südeuropäischen Ländern, aber auch in manchen Staaten im Norden, Großbritannien zum Beispiel. Die mögliche Ankunft bulgarischer oder rumänischer Staatsangehöriger auf diesen Märkten kann dazu führen, dass die sozialen und politischen Spannungen steigen. Wir sind gerade in einer Zeit, in der es in der EU bereits Identitätsprobleme und eine Art Auflehnung gegen die Union gibt und gegen den Weg, den sie beschreitet.

Daneben bringt die komplette Öffnung der Arbeitsmärkte für Arbeiter aus Bulgarien und Rumänien auch den Roma mehr Bewegungsfreiheit. Und auch das kann durchaus auch zu neuen Spannungen führen.

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