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Nach Rettungsschirm: Irland will den Eisernen Besen nicht gleich in die Ecke stellen

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Nach Rettungsschirm: Irland will den Eisernen Besen nicht gleich in die Ecke stellen

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Kurz bevor Irland den europäischen Rettungsschirm verlässt, hat Finanzminister Michael Noonan die Iren auf weitere Jahre des Schuldenabbaus eingeschworen.

Irlands Schuldenquote werde im laufenden Jahr ihren Höhepunkt erreichen – 124 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Er sei zuversichtlich, dass das Land schnell von dieser Zahl herunterkomme.

Nachdem die Bankenkrise die Staatsschulden hatte explodieren lassen, war Irland 2010 als erstes Land unter den offiziellen Rettungsschirm geschlüpft und mit 85 Milliarden Euro von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) vor der Staatspleite bewahrt worden.

Geringere Ausgaben und höhere Steuern haben die Binnenkonjunktur geschwächt.

Finanzminister Michael Noonan:

“Die wahren Helden und Heldinnen der Geschichte sind die Iren. Sie mussten höhere Steuern hinnehmen, der Service wurde drastisch gekürzt. Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Es ist ein sehr wichtiger Meilenstein.”

Man werde in erster Linie prüfen, wie man Steuern als Instrument für Wachstum und Beschäftigung einsetzen könne.

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 etwa 2 Prozent wacsehn, die Arbeitslosigkeit ist auf dem Rückzug.

Manche Bürger wollen den Eisernen Besen gar nicht so schnell missen.

Ein Mann in einem Trödelladen in Mullingar:

“Es gibt nicht einmal ein Licht am Ende des Tunnels, wir stecken im wahrsten Sinne des Wortes immer noch in der Finsternis, und leiden unter allen möglichen Haushaltszwängen. Wenn der IWF hier weitermacht, könnte er uns da helfen und den Wandel beschleunigen werden, besonders von oben nach unten, das wäre mal dringend nötig. “

Von allen Krisenstaaten steht Irland am besten da und gilt als Vorbild für Griechenland, Portugal und Zypern.

su mit dpa, Reuters