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Außenminister von Guinea-Bissau: "Wir schmuggeln Menschen und Drogen"

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Außenminister von Guinea-Bissau: "Wir schmuggeln Menschen und Drogen"

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Nachdem 74 Syrer mit gefälschten Pässen bei der Einreise nach Portugal aufgegriffen wurden, hat des scheidende Außenminister des westafrikanischen Guinea-Bissau schwere Vorwürfe gegen sein Heimatland erhoben. Die Syrer waren mit einem Linienflug aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie gekommen. Nach Angaben von Delfim da Silva, sind die Behörden seines Landes in den Schmuggel von Drogen und Rauschgift verwickelt. Weil ein Regierungsmitglied persönlich dafür gesorgt habe, dass die Syrer in das Flugzeug nach Lissabon einsteigen konnten, werde er zurücktreten.

“Wir senden Kokain an andere Länder und nun schmuggeln wir Menschen. Es fängt in Marokko an. Dort stellt unsere diplomatische Vertretung Visa ohne Rücksprache mit der Regierung aus. Sie kommen mit syrischen Pässen an und gehen mit türkischen. Das ist schrecklich und ich will nichts damit zu tuen haben”, sagte da Silva.

Die Flüchtlinge aus Syrien wollten nach Angaben portugiesischer Medien mit den gefälschten Papieren in “ein Land im Norden Europas” weiterreisen. Das Bodenpersonal der portugiesischen Fluggesellschaft TAP hatte wegen der gefälschten Pässe ihnen in Guinea Bisaau das Besteigen des Flugzeugs deshalb untersagt, war jedoch von den Sicherheitsorganen des westafrikanischen Staates genötigt worden, die Entscheidung zurückzunehmen. TAP hat wegen des Zwischenfalls alle Flugverbindungen von und nach Bissau bis auf weiteres eingestellt.