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Nelson Mandela in seinem Heimatdorf Qunu beigesetzt

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Nelson Mandela in seinem Heimatdorf Qunu beigesetzt

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Zehn Tage nach seinem Tod ist der südafrikanische
Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in seinem Heimatdorf Qunu im Familiengrab beigesetzt worden. Der charismatische Kämpfer gegen das Apartheid-System wurde am Sonntag gegen 12.40 Uhr Ortszeit bei einem Staatsbegräbnis mit Angehörigen und etwa 400 Ehrengästen zur letzten Ruhe geleitet.

Der erste schwarze Präsident des Landes war am 5. Dezember im Alter von 95 Jahren gestorben. Südafrikas Präsident Jacob Zuma würdigte das Vermächtnis Mandelas für eine “neue Gesellschaft, ein neues Südafrika”, das “aus der Asche des Apartheidsystems” hervorgehen müsse. Noch sei das Werk nicht vollbracht.

Die Eltern sind nicht weit davon ebenfalls in Qunu bestattet, aber nicht im Familiengrab. Von den Nachkommen Mandelas leben heute noch 3 Töchter, 18 Enkelkinder und 12 Urenkel.

Vor der Beisetzung Nelson Mandelas hatten rund 4500 geladene Gäste in einem eigens errichteten Festzelt an einer Trauerzeremonie teilgenommen. Unter ihnen waren auch Staats- und Regierungschefs, etwa der ehemalige französische Präsident Lionel Jospin und der ehemalige norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg.

Mandelas Freund und Vertrauter Ahmed Kathrada sagte, man versinke in Gram und Trauer über Mandelas Tod. Aber man müsse stolz und dankbar sein, dass man den hindernisreichen Weg Mandelas mitverfolgt habe und sich nun von einem Kämpfer für den Frieden verabschieden. Er nannte seinen Freund “einen Bruder, Mentor und einen Führer.”

Auch Repräsentanten mehrerer
Königshäuser – wie der britische Thronfolger Prinz Charles – und
Prominente wie der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson und die amerikanische Moderatorin Oprah Winfrey gehörten zu den Trauernden.

Eine Enkelin Mandelas sagte, man werde ihren Großvater vermissen, seine Stimme, wenn er mit ihrem Verhalten nicht zufrieden gewesen sei. Die Südafrikaner müssten von Schuldzuweisungen absehen und mit ihrem Verhalten ein Beispiel geben. Mandela habe stets ein Bespiel gegeben, und nun müssten die Menschen weiterhin Gutes für Südafrika tun.

Erst im letzten Moment war Erzbischof Desmond Tutu zum Begräbnis seines Freundes eingeladen worden. Der 82-Jährige hatte sich überrascht gezeigt, als sein Name nicht auf der Gästeliste stand.