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Golden-Globe-Nominierungen: Bürgerrechte, Komödien viele Altstars

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Golden-Globe-Nominierungen: Bürgerrechte, Komödien viele Altstars

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Das Oscar-Rennen hat offiziell begonnen. Mit sieben Golden-Globe-Nominierungen, darunter in den Königskategorien Bester Film, Bester Regisseur und Bestes Drehbuch, steht “12 Years a Slave” von Steve McQueen an der Spitze der Kandidatenliste. Das auf einer wahren Geschichte basierende Sklavendrama hat den Stoff, aus dem Oscarpreisträger gemacht sind: eine starke Story und herausragende Schauspieler, allen voran Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor.

Chiwetel Ejiofor: “Es war eine bemerkenswerte Erfahrung, mit außergewöhnlichen Menschen zu arbeiten, den Film herauszubringen und zu sehen, dass er auf so unglaublich große Resonanz stößt.”

Die Mitte Januar vom Verband der Hollywood-Auslandspresse verliehenen Golden Globe Awards gelten als Wegweiser für die Oscar-Gala. In der Kategorie bestes Drama hat “12 Years a Slave” handfeste Konkurrenz. Zum Beispiel “Captain Phillips” mit Tom Hanks und Paul Greengrass. Hanks ist auch als Bester Schauspieler nominiert und Greengrass als Bester Regisseur.

Ebenfalls als Bestes Drama im Rennen ist der Streifen “Gravity” mit Sandra Bullock und George Clooney. Bullock erhielt für ihre Performance in der Schwerelosihkeit eine Golden-Globe-Nominierung, ihr Regisseur, der Mexikaner Alfonso Cuaron, ebenso.

Historische Dramen und Katastrophen stehen hoch im Kurs, auch schwarzer Humor: “American Hustle” von David O. Russell. Der Film mit Christian Bale und Amy Adams in den Hauptrollen zählt mit insgesamt sieben Golden-Globe-Nominierungen zum Kreis der Favoriten.

Nicht zu unterschätzen ist die beißende Schwarz-Weiß-Komödie “Nebraska” von Alexander Payne. Für fünf Golden Globes ist der Streifen nominiert, unter anderem auch Leinwandveteran Bruce Dern, der bereits in Cannes für seine Darbietung als verwirrter Alter, der einen vermeintlichen Millionengewinn abholen will, als Bester Schauspieler triumphierte.

Bei den Schauspielerinnen steht Filmdame Judi Dench ganz oben auf der Liste. In “Philomena” von Stephen Frears spielt sie eine Frau, die sich auf die Suche nach ihrem Sohn macht, den sie vor über 50 Jahren aufgeben musste. Der Streifen war einer der Lieblinge der jüngsten Mostra und ist ebenfalls ein Anwärter in der Kategorie Bestes Drama.

Bleiben wir bei der Riege der Altstars. Robert Redford, der als schweigsamer Schiffsbrüchiger in dem Überlebensdrama “All Is Lost” von J.C. Chandor besticht, ist als Bester Darsteller nominiert. Viele Kritiker halten diese Leistung für Oscar-reif.

Groß ist die Enttäuschung für den Publikums- und Kassenhit “The Butler” . Lee Daniels Streifen wurde für keinen Golden Globe nominiert, nicht einmal Hauptdarsteller Forest Whitaker als Butler, der im Weißen Haus, acht verschiedenen Präsidenten dient. Warum wurde der Film übergangen?

“Keine Nominierung für ‘The Butler’, das hat viele überrascht, aber mich nicht” sagt Filmkritiker Ramzy Malouki. “Denn der Film kam schon vor einer Weile in die Kinos und inzwischen haben andere Streifen mit schwarzen Helden von sich reden gemacht, wie ’12 Years a Slave’ und ‘Mandela’. Der Tod Mandelas hat das Bild völlig verändert.”

Konsequenz: Ein Außenseiter schlüpft in den Kreis der Konkurrenten, Idris Elba. Der Brite wurde für einen Golden Globe nominiert für seine Rolle des gerade verstorbenen südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela in “Mandela – Der lange Weg zur Freiheit”.

In der Kategorie bester fremdsprachiger Film kann sich der französische Palme-Gewinner “La vie d’Adèle” (“Blau ist eine warme Farbe”) Hoffnung auf einen Golden Globe machen. Mitstreiter sind unter anderem “Die Jagd” des Dänen Thomas Vinterberg und Asghar Farhadis “Le Passé”.

Die Golden Globes werden am 12. Januar vergeben, die Oscars am 2. März 2014.