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Flüchtlingsdrama: Klima der Angst in Zentralafrika

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Flüchtlingsdrama: Klima der Angst in Zentralafrika

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Hunderttausende Menschen sind in den vergangenen zwei Wochen vor den schweren Kämpfen in Bangui, Zentralafrikas Hauptstadt, geflohen. Uno-Mitarbeiter vor Ort sprechen von einem Klima der Angst. Immer wieder komme es zu Schießereien zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen. Französische Soldaten, die der Gewalt ein Ende bereiten sollen, patrouillieren auch in den Flüchtlingslagern, auf der Suche nach Kämpfern.

In Bossangoa plünderten Milizen jüngst Geschäfte und brannten Häuser nieder. Die Angriffe galten einem Viertel, in dem vor allem Muslime leben. Bei den Entwaffnungen kommt es zu Spannungen. Christliche Milizen in der Region weigerten sich ihre Schusswaffen und Buschmesser den Friedenstruppen zu übergeben. Die französischen Truppen versuchen auch die muslimischen Seleka-Rebellen Stück für Stück zu entwaffnen.

Manche Muslime im Lande klagen, Frankreichs Soldaten schützten nur die Christen. Das Misstrauen ist allgenwärtig. Eine Frau in einem Flüchtlingscamp erzählte: “Sie haben Waffen. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Sie kamen von der Diözese und haben alles kaputt gemacht. Sie haben alles aus meinem Haus gestohlen.”

In einigen Dörfern gibt es Trennlinien, um die beiden Religionsgruppen auseinander zu halten. Andere sind mittlerweile leer gefegt. Alle Bewohner sind aus Angst vor Übergriffen geflohen.