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Gebärdendolmetscher fordern höhere Standards

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Gebärdendolmetscher fordern höhere Standards

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Der wirre Auftritt des Gebärdendolmetschers bei der Gedenkfeier für Nelson Mandela hat Gehörlose in Europa schockiert. Aus der Sicht vieler Dolmetscher hatte der Auftritt jedoch auch einen positiven Effekt: die Gebärdensprache ist damit in den Mittelpunkt gerückt. “Ich war entsetzt über das Niveau”, so Peter Llewellyn-Jones, Präsident des Europäischen Forums der Gebärdendolmetscher. “Gleichzeitig hat der falsche Gebärdendolmetscher für unsere Sache mehr bewirkt, als wir im Verlauf einer zehn Jahre dauernden Kampagne hätten erreichen können. Denn inzwischen ist viel von den Standards der Interpretation die Rede, um die es uns schon seit langem geht.” Forderungen der Teilnehmer bei einem Treffen der Gebärdendolmetscher in Brüssel waren unter anderem, dass Dolmetscher in Europa eine entsprechende akademische Ausbildung haben sollten und dass Gebärdendolmetscher in den audiovisuellen Medien besser vertreten sind. “Wir arbeiten mit dem Europäischen Verband der Gebärdendolmetscher zusammen”, erläutert der ungarische Parlamentsabgeordnete Adam Kosa, der die Gebärdensprache beherrscht. “Gemeinsam haben wir festgelegt, welches Wissen sich Dolmetscher während einer dreijährigen Ausbildung aneignen müssen. Auch Gehörlose sollen Zugang zum Europaparlament, zum Europäischen Rat und der EU-Kommission haben. Notwendig ist ein hoher Standard der Übersetzung in die Gebärdensprache.” Im künftigen EU-Haushalt sind dafür Mittel vorgesehen.