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Perfekte Fotos mit dem Smartphone

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Perfekte Fotos mit dem Smartphone

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In die Geheimnisse der Fotografie führt dieser Workshop in Genf ein. Die Teilnehmer haben jedoch keine Kamera, sondern ihr Handy mit dabei. Smartphones und Tablets eröffnen dem User neue Möglichkeiten. Gestochen scharfe Fotos, gewagte Inszenierungen, ungeahnte Schnappschüsse. Doch das Potenzial wird meist nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft.

“Hochwertige Smartphones liefern ein atemberaubendes Ergebnis, Fotos von großer Qualität auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen. Das hat das zu einem neuen Phänomen, der Smartphone-Fotografie geführt”, sagt Workshop-Leiter Cédric Tineo.

Workshops wie dieser geben technische und kreative Anregungen zu den Themen Bildgestaltung und -bearbeitung.

Cédric Tineo: “Das Smartphone eröffnet der Fotografie neue Gefilde. Mit dem Smartphone, das wir stets bei uns tragen, können wir nicht nur die Wirklichkeit einfangen, sondern Spezialeffekte einsetzen, die es vorher nur auf dem PC gab, um einen Stil, eine Stimmung zu erzeugen oder eine Geschichte zu erzählen. In wenigen Handgriffen und Klicks kann man Fotos mit Hunderten Personen teilen.”

Teilen ist alles im Zeitalter der sozialen Netzwerke, mithilfe von Fotodiensten wie Instragram. Dort teilt eine weltweite Nutzergemeinde über 50 Millionen Fotos täglich.

Julien Damoiseau ist einer der zahllosen Smartphone-Fotografen. Das Handy bietet ihm eine größere Spontaneität, als der Fotoapparat, sagt er, sowie uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und Diskretion. Außerdem kann er sofort im Internet nachprüfen, wie die Bilder bei der Community ankommen.

Julien Damoiseau: “Es gibt immer mehr Menschen, die ihr Smartphone benutzen und dabei ihr künstlerisches Talent entdecken. In den sozialen Netzwerken kan man an der Anzahl der Likes ablesen, ob das Foto gut ist, ob man einen eigenen, markanten Stil hat.”

Und weil heute hinter jedem Smartphone ein potenzieller Hobbyfotograf steckt, der erst so richtig auf den Geschmack gebracht werden muss, hat Damoiseau eine Internetfirma gegründet, die das passende Zubehör anbietet.

Viele andere schwimmen auf der neuen Welle, Pierre Le Govic zum Beispiel. Er ist selbst begeisterter Smartphone-Fotograf.

Pierre Le Govic: “2011 habe ich Instragram zum ersten Mall benutzt und war sofort fasziniert von der Möglichkeit, Fotos mit Menschen aus der ganzen Welt zu teilen. Ich sagte mir, dass da ungeahnte Talente schlummern, die es Wert sind, entdeckt zu werden.”

Um die Internetschätze ins Rampenlicht zu holen, schritt Le Govic zur Tat und gründete einen Verlag speziell für Smartphone-Fotografie.

Pierre Le Govic: “Am Anfang stand die Feststellung, dass wir heutzutage von Bildern völlig überflutet werden. In den sozialen Netzwerken, im Internet und auf den Handys. Die schönsten Bilder geraten sofort in wieder Vergessenheit, werden im Sekundentakt durch andere ersetzt. Ich finde es ganz einfach wichtig, wirklich gute Bilder auf Papier zu bannen.”

Auch in professionellen Kreisen setzt sich die Handy-Fotografie durch. Wie die preisgekrönte Afghanistanreportage von Damon Winter in der New York Times, die zu einer Debatte über die Nutzung von Apps im Fotojournalismus führte.