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Gewalt im Südsudan: Angst vor einem Bürgerkrieg

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Gewalt im Südsudan: Angst vor einem Bürgerkrieg

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Die Gewalt im Südsudan hat sich von der Hauptstadt Juba jetzt auch auf andere Landesteile ausgeweitet. Mehrere hundert Menschen sollen in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen sein. Gut 300 werden derzeit im Krankenhaus behandelt, so das Rote Kreuz.

Staatschef Salva Kiir erklärte sich derweil bereit, seinen Gegner und ehemaligen Stellvertreter Riek Machar zum Gespräch zu treffen. Kiir beschuldigt Machar, hinter dem gescheiterten Putschversuch vom Montag zu stecken. Im Juli hatte Kiir seinen Vize Machar entlassen.

Machar wies den Vorwurf zurück, auch die Gewalt habe er nicht angezettelt. Der Südsudan ist reich an Öl. Er spaltete sich 2011 vom Sudan ab und ist seither selbständig.

Die internationale Gemeinschaft ist angesichts der Gewalt besorgt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die Regierung dazu auf, die UN-Mission im Südsudan UNMISS dabei zu unterstützen, ihr Schutzmandat auszuüben. “Das umfasst auch Hilfe für die notleidende Zivilbevölkerung und eine Untersuchung von mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen in den vergangenen Tagen”, so Ban.

Der Konflikt ist nicht rein politisch, sondern hat auch eine ethnische Komponente. Experten warnen daher vor einem Bürgerkrieg. Gut 20.000 Zivilisten sind unterdessen in Lager der UNO in Juba geflohen. Einige Staaten wie Deutschland, Norwegen, Großbritannien und die USA flogen Landsleute aus.