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Abtreibung wird in Spanien wesentlich erschwert

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Abtreibung wird in Spanien wesentlich erschwert

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Schwangerschaftsabbrüche sollen in Spanien künftig nur noch erlaubt sein, wenn eine Frau vergewaltigt wurde oder bei schweren gesundheitlichen Risiken für die Mutter. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat das spanische Kabinett am Freitag gebilligt. Die Reform der konservativen Regierung ist schwer umstritten. Ihre Gegner werfen Ministerpräsident Mariano Rajoy vor, er wolle das Land ins Mittelalter zurückwerfen.

Das spanische Parlament muss der Reform noch zustimmen. Elena Valenciano, stellvertretende Parteivorsitzende der spanischen Sozialisten, rief die für die Konservativen im Parlament sitzenden Frauen indirekt dazu auf, die Reform abzulehnen: “Eines der Dinge, die wir jetzt tun können ist das Parlament zu überzeugen, dem Gesetz nicht zuzustimmen. Wir können das Gewissen der 56 Frauen anrufen die für die PP im Parlament sind, und sie an ihre Verantwortung erinnern. Wir können die PP auffordern, ihren weiblichen Mitgliedern die freie Stimmabgabe zu erlauben.”

Linke Parteien, Frauenverbände und Menschenrechtsgruppen protestieren seit dem Bekanntwerden der Pläne gegen die Reform. Spanien hatte seit 2010 ein sehr liberales Abtreibungsrecht, was Frauen den Schwangerschaftsabbruch bis zur 14. Woche ohne Angabe von Gründen erlaubte. Bei einer Missbildung des Fötus oder bei schweren Risiken für die Mutter war ein Schwangerschaftsabbruch unter der alten Regelung sogar bis zur 22. Woche erlaubt.