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Südsudan: Kämpfe treffen jetzt auch die UNO

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Südsudan: Kämpfe treffen jetzt auch die UNO

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Der Dauerstreit mit dem großen Nachbarn Sudan reicht noch nicht: Jetzt zerfleischt sich Südsudan auch noch selber. Seit Tagen wird im Land gekämpft, jetzt wurden dabei sogar zwei Blauhelmsoldaten aus Indien getötet. Das teilte ein Sprecher der UNO mit, nachdem erst die Rede von drei Toten war.

Unbekannte Bewaffnete hatten den Stützpunkt der UNO-Soldaten im Gebiet Jonglei gestürmt. Dort haben rund zehntausend Menschen Zuflucht gesucht; ob auch unter ihnen Tote sind, ist bisher unbekannt. Insgesamt sind bei den Kämpfen diese Woche wahrscheinlich schon hunderte Menschen getötet worden.

In dem Machtkampf stehen sich vor allem Staatspräsident Salva Kiir und sein ehemaliger
Stellvertreter Riek Machar gegenüber, den er im Sommer entlassen hatte. Beide gehören
auch verschiedenen Volksgruppen an, die sich ebenfalls mitunter bekämpfen. Kiir deutet Gesprächsbereitschaft an; Machar will allerdings nur reden, wenn Kiir letztlich abtritt.
Vertreter afrikanischer Länder versuchen weiterhin zu vermitteln.

Deutschland hat jetzt gut etliche seiner Bürger sowie andere Ausländer aus Südsudan ausgeflogen. Auch andere Länder wie Italien oder die Niederlande tun das inzwischen. Die deutsche Bundeswehrmaschine brachte die Menschen in das benachbarte Uganda. Ein zweiter Flug ist geplant.

Der deutsche Botschafter bleibt vorläufig ebenso in Südsudan wie die zwölf deutschen Soldaten, die am UNO-Einsatz beteiligt sind. Drei deutsche Polizisten einer EU-Mission wurden dagegen ausgeflogen.