Eilmeldung

Eilmeldung

Angst vor Moskau - Euromaidan in der Ostukraine

Sie lesen gerade:

Angst vor Moskau - Euromaidan in der Ostukraine

Schriftgrösse Aa Aa

Spätestens nach dem Milliardendeal mit Moskau über billiges russisches Gas ist die Ukraine ein gespaltenes Land. Vor allem im Westen des Landes und in Kiew stehen sich Gegner und Befürworter eines pro-europäischen Kurses gegenüber. Eine der pro-russischen Hochburgen von Staatspräsident Viktor Janukowitsch liegt in der kohlereichen Ostukraine, nahe der Millionenstadt Donezk.

Ein Besuch bei Familie Pawlischuk – seit 1947 sind sie Minenarbeiter. Euromaidan? Brüssel? Die pro-europäische Bewegung sehen sie als Gefahr für ihre Heimat. “Wir müssen uns auf Augenhöhe begegnen und nicht einfach der Europäischen Union gehorchen”, meint Dimitri Pawlischuk. Sie gehöre zur arbeitenden, friedlichen Bevölkerung, so Jana Pawlischuk. Ihre Familie habe keine Zeit auf Polizisten einzuschlagen oder Barrikaden zu bauen. Sie habe genug zu tun.

Auch wenn der Großteil der Kohle- und Stahlarbeiter in der Region Präsident Janukowitsch unterstützt, regt sich doch auch hier Widerstand. Seit Ende November harren Demonstranten Nacht für Nacht im Zentrum von Donezk aus. “Dieses Abkommen mit Russland hat nichts mit uns normalen Bürgern zu tun. Sicher kommt es einigen führenden Familien in Donezk bei ihren Geschäften gelegen, aber uns interessiert das nicht”, so eine junge Frau im Zentrum der Stadt.

Ein Teil der Ukraine strebt nach Europa, will das zuletzt beinahe zahlungsunfähige Land nicht noch weiter Richtung Moskau driften sehen. Das gerade geschlossene Abkommen über Milliardenhilfen und billiges Gas aus Russland könnte dieses Szenario allerdings näher rücken lassen.