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Chodorkowski: Familientreffen in Freiheit

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Chodorkowski: Familientreffen in Freiheit

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Nach zehn Jahren in russischer Gefangenschaft ist Michail Chodorkowski erstmals in Freiheit mit seiner Familie in Berlin zusammengetroffen. Am Vormittag landeten Mutter und Vater mit einer Linienmaschine aus Moskau. Im Hotel “Adlon” traf er auch seinen Sohn Pawel.

Das Medieninteresse an Chodorkowski ist immens. Vor einer Journalistin erinnert sich der Kremlgegner; dass er in vier der insgesamt zehn Jahre die Möglichkeit hatte, etwa drei Tage pro Quartal in einem Aufenthaltsraum zu übernachten, wo er seine Besucher empfangen konnte.
Als die Journalistin nachhakt, ob es sich um die letzten vier Jahre handele, anwortet Chodorkowski: Nein. Das sei im abgelegenen Straflager Krasnokamensk gewesen, wo er ein Jahr und zwei Monate absaß und später in Segezha, wo er zweieinhalb Jahre war. Innerhalb dieser Jahre hatte er die langen Treffen mit seinen Verwandten – das sei jedoch die Ausnahme gewesen.

Was Chodorkowski nun plant, ist unklar. Der Ex-Milliardär hat ein Visum, mit dem er ein Jahr lang in Deutschland bleiben kann. Sein Sohn, der in New York wohnt, richtete sich an die zahlreichen Journalisten und Kameraleute und bedankte sich bei allen, die seinen Vater in den letzten zehn Jahren unterstützten. Er freue sich über die große Anteilnahme.

Michail Chodorkowski wird an diesem Sonntag um dreizehn Uhr im Berliner Mauermuseum vor die Medien treten. euronews überträgt die Pressekonferenz live.