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Maidan und kein bisschen müde

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Maidan und kein bisschen müde

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In Kiew demonstrieren weiter tausende Ukrainer für einen pro-europäischen Kurs des Landes. Am Samstag hatten Vertreter der Europäischen Union die Regierung erneut aufgefordert, ein Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen.

Auf dem Maidan, dem Unanabhängigkeitsplatz, forderte die Menge am Sonntag außerdem erneut die Freilassung der ehemaligen Oppositionsführerin Juljia Timoschenko.

“Müde werden wir nicht”, so eine Frau in der Menge. “Einige werden sich zwar ausruhen gehen, aber dafür kommen dann andere. Wir haben genug davon, in so einem Land zu leben.” Sie wolle eine andere Zukunft für ihr Land. Einer ihrer Mitstreiter auf dem Unabhängigkeitsplatz fürchtet höchstens den herannahenden Winter: “Ich habe eher Angst, dass sich das hier alles bis zum Frühling hinzieht, aber um die Menschen und ihre Motivation müssen wir uns keine Sorgen machen. Sie werden bleiben – so lange wie nötig”, so der junge Mann am Sonntag.

Seit einem Monat und einem Tag fordern verschiedene Gruppierungen auf dem Maidan den Rücktritt von Staatspräsident Viktor Janukowitsch. Dieser hatte zuletzt ein Abkommen mit Russland unterzeichnet, dass Kiew in Zukunft noch enger an Moskau binden wird. Dabei geht es um finanzielle Hilfen und verbilligtes russisches Gas für das zuletzt nahezu bankrotte Land.

Die Demonstranten werden sich nach Einschätzung von Euronews-Korrespondent Sergio Cantone auf eine Strategie festlegen müssen, um Janukowitsch doch noch zum Rückzug zu bewegen. Fraglich ist dabei auch, wie lange sie angesichts des herannahenden Winters noch auf dem Unabhängigkeitsplatz werden ausharren können.