Eilmeldung

Eilmeldung

Pussy Riot: Punk, Politik und Protest

Sie lesen gerade:

Pussy Riot: Punk, Politik und Protest

Schriftgrösse Aa Aa

Ist die Freilassung der Pussy Riot-Mitglieder ein Akt der Gnade oder politisches Kalkül? Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa profitierten von einem Amnestiegesetz, das vom russischen Parlament in der vergangenen Woche verabschiedet wurde.

Im Februar 2012 waren die Aktivistinnen in die Christ-Erlöser-Kathedrale eingedrungen und hatten ein “Punk-Gebet” aufgeführt. Auf diese Weise protestierten sie kurz vor der Präsidentschaftswahl gegen den damaligen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, der wenige Wochen später erwartungsgemäß die Wahl gewann.

Die russische Justiz griff durch. Im August 2012 wurden die beiden Mitglieder der Punkgruppe zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die jungen Frauen der “Anstiftung zum religiösen Hass” schuldig gemacht hatten.

Die 79-jährige Varvara Tolokonnikowa ist die Großmutter einer der verurteilten Musikerinnen. Sie hat ihre ganz eigene Meinung zu dem Urteil: “Auch wenn sie Putin nicht verletzt haben, ist er ein sehr nachtragender und eingebildeter Mensch”, sagt Tolokonnikowa. “Für ihn war das ein Schlag ins Gesicht. Er konnte und wollte ihnen nicht vergeben. Deshalb musste es so kommen, wie es kam.”

Pussy Riot ist keine Band im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Aktivistengruppe, die Politik, Religion und Kunst verbindet. Nach ihrer Verurteilung wurden die jungen Frauen von Teilen der russischen Opposition zu Ikonen erhoben.

Jekaterina Samuzewitsch, die ebenfalls zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde, kam im Oktober 2012 nach einer Berufungsverhandlung auf Bewährung frei. Ihre beiden Mitstreiterinnen blieben hinter Gittern und wurden im Laufe ihrer Haft in Straflager im Ural und in Mordwinien verlegt. Bis März 2014 hätten die beiden Aktivistinnen dem Gerichtsurteil nach noch einsitzen müssen.