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Südsudan: Ein junger Staat mit altbekannten Konflikten

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Südsudan: Ein junger Staat mit altbekannten Konflikten

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Der Staat Südsudan steckt noch in den Kinderschuhen, doch wie man gewalttätige Auseinandersetzungen austrägt, wissen die Mächtigen des ostafrikanischen Landes bereits. Seit dem 9. Juli 2011 ist der Südsudan offiziell unabhängig, vorausgegangen war der Abspaltung vom Sudan ein blutiger Bürgerkrieg, der sich über Jahrzehnte hinzog.

Der junge Staat hängt am Öl-Tropf, die Wirtschaft des Landes ist von den Export-Millionen abhängig. Trotz der reichen Vorkommen, die vor allem von asiatischen Firmen gefördert werden, lebt der Großteil der Bevölkerung in Armut. Ethnische Konflikte, die stets im Hintergrund schwelten, werden mittlerweile offen ausgetragen.

Präsident Salva Kiir, ein Angehöriger des Dinka-Volkes, und sein ehemaliger Vize Riek Machar, ein Nuer, kämpfen offen um die Macht, oder besser: sie lassen kämpfen. Die Rebellen, auf deren Seite Machar steht, haben inzwischen die Provinz Unity State erobert, unter der die größten Ölvorkommen des Südsudans schlummern. Machar war bis Juli Stellvertreter von Präsident Kiir und dann aus dem Amt entlassen worden.

Beide Politiker versicherten zwar, sich um eine Lösung auf diplomatischem Wege zu bemühen, doch davon kann angesichts der jüngsten Entwicklung keine Rede sein. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bisher mindestens 40.000 Menschen Zuflucht in Hilfslagern gesucht.