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UN evakuiert Verletzte aus Jonglei

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UN evakuiert Verletzte aus Jonglei

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Die Vereinten Nationen fliegen alle die Mehrzahl ihrer Mitarbeiter aus dem afrikanischen Staat aus. Gleichzeitig werden Verletzte aus dem Unruhegebiet Jonglei evakuiert. Toby Lanzer, Repräsentant der UN-Mission im Südsudan in Jonglei beschrieb die Lage dort als sehr ernst. Er sprach von Plünderungen und Schießereien. In den Straßen würden Tote liegen und schwer bewaffnete Jugendliche seien völlig außer Kontrolle.

Jonglei ist der größte, bevölkerungsreichste und gewalttätigste Staat Südsudans, mit einem explosivem ethnischen Gemisch. Neben den Rivalitäten zwischen den Dinka und den Nuer, die die Basis des jetzigen Konflikts bilden, gibt es dort eine weitere Rebellengruppe unter ihrem Führer David Yau Yau, einem Angehörigen der Murle. Yau Yau hat die Regierung in Juba seit der Unabhängigkeit nicht anerkannt. In Kämpfen seiner Rebellen mit Regierungstruppen sind in Jonglei allein in diesem Jahr über 1500 Menschen getötet worden.

Nach Augenzeugenberichten haben Aufständische inzwischen neben Jonglei auch weite Teile von Unity unter ihre Kontrolle gebracht. Unity ist vor allem für die Ölindustrie wichtig.

Hintergrund der Unruhen ist ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem im Juli entlassenem Stellvertreter Riek Machar. Der Südsudan war erst im Juli 2011 nach einem Referendum unabhängig geworden. Trotz reicher Ölvorkommen lebt die Mehrheit der Menschen im Land in Armut.