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Zentralafrikanische Republik: Toter bei Auseinandersetzungen mit Friedenstruppen

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Zentralafrikanische Republik: Toter bei Auseinandersetzungen mit Friedenstruppen

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In Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, herrscht weiter Chaos. Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und tschadischen Truppen kam mindestens ein Mensch ums Leben, etwa vierzig wurden verletzt. Die Soldaten aus dem Tschad sind Teil der 3700 Mann starken Friedenstruppe der Afrikanischen Union.

Die Einwohner der christlich geprägten Stadt werfen den tschadischen Soldaten eine Komplizenschaft mit dem mehrheitlich muslimischen, ehemaligen Rebellenbündnis Séléka vor. Dieses wurde im März von Anführer Michel Djotodia aufgelöst, nachdem das Bündnis den damaligen Staatschef Bozizé gestürzt hatte. Djotidia wurde Übergangspräsident und wird nun von den überwiegend christlichen Demonstranten zum Rücktritt aufgefordert.

Auch die 1600 französischen Soldaten, die auf Basis eines UN-Mandats in dem Land sind, haben Mühe, die Demonstranten zur Ruhe aufzurufen. Inzwischen gibt es aber auch Proteste gegen die französische Militärpräsenz. So gingen am Sonntag mehrere tausend Séléka-Anhänger auf die Straße.

Angesichts der interreligiösen Kämpfe hat die EU nun ein Waffenembargo gegen die Zentralafrikanische Republik verhängt. Es betrifft finanzielle und technische Militärhilfe sowie die Entsendung von Söldnern. Auch der UN-Sicherheitsrat hatte kürzlich alle Staaten dazu verpflichtet, die Lieferung und den Verkauf von Waffen und Rüstungsgütern an das Land einzustellen.