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"Mission erfüllt": Snowden zieht Bilanz

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"Mission erfüllt": Snowden zieht Bilanz

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Edward Snowden, den die euronews-Zuschauer zur Person des Jahres 2013 wählten, hat ein positives Fazit der Ereignisse des abgelaufenen Jahres gezogen. In einem Interview mit der “Washington Post” sagte der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter, er habe seine Mission erfüllt und sehe sich als Sieger.

Der 30-Jährige hatte im August ein einjähriges Bleiberecht in Russland erhalten und hält sich seither an einem unbekannten Ort auf. Snowden hatte seine Arbeitsstelle auf Hawaii im Mai zunächst in Richtung Hongkong verlassen und landete später auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Dort hielt er sich im Transitbereich auf, ehe er Asyl erhielt.

Es besteht nach wie vor ein US-Haftbefehl gegen Snowden, dem in den Vereinigten Staaten Geheimnisverrat vorgeworfen wird. Er hatte vertrauliche Dokumente an Medien weitergegeben und damit unter anderem über Abhörpraktiken der National Security Agency (NSA) aufgeklärt. Im Zuge der Enthüllungen waren auch Einzelheiten über massenhafte Datenspeicherung, aufgezeichnete Telefonverbindungen und abgefangene E-Mails bekannt geworden. Auch Politiker waren betroffen, was zu teils erheblichen diplomatischen Verwicklungen führte.

Im Gespräch mit der “Washington Post” bestritt Snowden die Absicht, der NSA zu schaden oder den Dienst gar zerschlagen zu wollen. Vielmehr habe er danach gestrebt, die Arbeit der NSA zu optimieren und tue dies noch immer. Sein Leben in Russland spiele sich primär in den eigenen vier Wänden ab, sagte Snowden, er sei eher ein “Stubenhocker”. “Ich habe keine großen Bedürfnisse”, so der 30-Jährige in der “Washington Post”. Ihm liege mehr daran zu reflektieren, seine Gedanken zu Papier zu bringen und sich mit Menschen zu auszutauschen als auszugehen, sagte er. Snowden bestritt, Kontakt zur russischen Regierung zu haben. Von einem Überlaufen könne also keine Rede sein, meint der Amerikaner.