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UN schickt zusätzliche Blauhelme in den Südsudan

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UN schickt zusätzliche Blauhelme in den Südsudan

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Der Sicherheitsrat hat am Dienstag beschlossen, die Zahl der UN-Soldaten in dem afrikanischen Land auf insgesamt 12 500 zu erhöhen, und sie damit fast zu verdoppeln. Hintergrund sind neue Zahlen über die Opfer der Gewalt. Der humanitäre Koordinator der UN im Südsudan, Toby Lanzer, sagte, die Zahl der Todesopfer der vergangenen zehn Tage liege in den Tausenden, nicht wie von der Regierung angegeben bei circa 500 Toten. Unterdessen mehren sich auch Berichte über ethnisch motivierte Hinrichtungen. Die Hohe Kommissarin der UN für Menschenrechte, Navy Pillay, sagte in Juba und Bentiu, der Hauptstadt von Unity, seien Massengräber entdeckt worden.

Die Krise im Südsudan war am 15. Dezember in Juba ausgebrochen. Hintergrund waren Streitigkeiten zwischen Präsident Salvar Kirr und seinem früherem Stellvertreter Rieek Machar, einem Nuer. Von Juba aus hatte die Krise auf die Bundesstaaten Jonglei und Unity übergegriffen. Unity ist vor allem für die Ölindustrie wichtig. Jonglei ist der größte und bevölkerungsreichste Staat des Südsudan, gleichzeitig gilt seine ethnische Mischung als am explosivsten. Die Bürgerkriege der Vergangenheit waren beide in Jonglei ausgebrochen. Schon vor der jetzigen Krise hatte eine Rebellengruppe der Murle unter ihrem Führer David Yau Yau in Jonglei gegen die Regierung von Präsident Kiir gekämpft.

Eine Lösung der Krise scheint unterdessen nicht in Sicht. Zwar signalisierten sowohl Kiir wie auch Machar grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Machar verlangte jedoch die Freilassung politischer Weggefährten, die in Juba inhaftiert sind, als Vorbedingung für Verhandlungen. Kiir lehnt das strikt ab.

Nach Angaben der UN sind mindestens 81000 Menschen aus ihren Dörfern geflohen, die tatsächliche Zahl dürfte aber wesentlich höher liegen. 45 000 Menschen haben in UN-Stützpunkten Zuflucht gesucht.

Der Südsudan hatte sich nach einem Referendum im Juli 2011 friedlich vom Sudan getrennt und seine Unabhängigkeit erklärt. Das Land verfügt über reiche Ölvorkommen. Trotzdem lebt die überwiegende Mehrheit der Menschen in bitterer Armut.