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Der Thomanerchor trägt Bachs Erbe in die Welt

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Der Thomanerchor trägt Bachs Erbe in die Welt

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Der Leipziger Thomanerchor gehört zu den besten und ältesten Knabenchören der Welt. Er ist bekannt für seinen einzigartigen hellen und klaren Klang. Auf dem Programm dieser Ausgabe: das Weihnachtsoratorium. Johann Sebastian Bach komponierte das Meisterwerk 1734.

Der 18-jährige Oskar Didt über seine Impressionen: “Ich denke, dass dieser Paukenschlag und was dann durch den Chor imitiert wird: ‘Jauchzet frohlocket’, dass bleibt einem irgendwie in Erinnerung, das pulsiert richtig durch den Körper, dieser Rhythmus, das begeistert einfach.”

27 Jahre lang lenkte der berühmte Komponist die Geschicke des Chores in der Thomaskirche. Er zählt zu den produktivsten Genies der Geschichte. Anfänglich schrieb er für den Chor wöchentlich eine Kantate.

Kantor Georg Christoph Biller ist der 16. Nachfolger von Bach. Eine große Herausforderung: “In der Musik ist sein Geist natürlich und den spürt man. Wir können sehr froh darüber sein, dass wir mit ihm immer wieder eine Quelle von steter Inspiration haben.”

Rund 100 Thomaner, zwischen neun und 18 Jahren alt, leben unter einem Dach, im Alumnat oder Kasten, wie sie ihn nennen. Es ist eine verschworene Gemeinschaft. Der Chor blickt auf ein reiches über 800 Jahre altes Erbe zurück. Tradition, Disziplin und Gemeinschaftsgeist sind Eckpfeiler des Chores. Hier aufzuwachsen, bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen.

Oscar ist Domesticus und für die Ordnung verantwortlich: “Was die Thomaner so besonders macht: Ja hauptsächlich eigentlich, dass innerhalb des Chores, was für viele außerhalb gar nicht so ersichtlich ist, dass es Bindungen zwischen den Älteren und Jüngeren gibt. Weil bei uns ja mehr oder weniger das Erziehungssystem einmalig so funktioniert, dass auch die Älteren neben der Erziehern und Pädagogen natürlich, die Jüngeren mit betreuen und erziehen und so viel weitergegeben wird.”

Mit Herz und Seele führen die Thomaner das Vermächtnis Bachs weiter. Max Gläser erklärt, was bei der Interpretation wichtig ist: “Man muss natürlich immer viel Text geben und viel mit Stärke dabei sein und nicht irgendwie so gelangweilt singen und sondern auch richtig zeigen, was es für Musik ist.”

Für Kantor Biller ist Bachs Musik für jedermann zugänglich: “Ich glaube, das ist auch der Wesenszug Bachscher Musik, dass sie zwar eine tiefe Frömmigkeit hat, aber andererseits so irdisch vital ist. Bach als Brücke zwischen den Welten ist ja eine besondere Chance für alle.”

In dieser Ausgabe hören Sie Auszüge aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248.

Wir danken dem Gewandhausorchester und außerdem dem Bach-Archiv Leipzig für die Bereitstellung des Archiv-Materials.