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Erdogan und die Komplott-Theorie

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Erdogan und die Komplott-Theorie

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Der Korruptionsskandal in der Türkei beherrscht die Schlagzeilen. Manche Blätter wie auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan selbst sprechen von einem ausländischen Komplott. Eine Theorie, die die türkische Politikwissenschaftlerin Riva Kastoryano stark kritisiert.

Es sei schon komisch, vollkommen irrelevant und unnötig, eine mögliche Verschwörung vorzuschieben. So präsentiere man sich als Opfer. Die Regierung samt aller Minister stünden nun so da, als ob sie nichts getan hätten. Wenn es um Israel gehe, wenn es um die USA gehe, bezeichne sich die Türkei als Opfer. In Europa sei das nicht hinnehmnbar. Was hätte das für Auswirkungen auf die Innenpolitik? Die Regierung suche nun etwas, um die Menschen, die sie gewählt haben, zu überzeugen. Denn am Ende gehe es um die Kommunalwahlen im März.

Der euronews Reporter meint, nun müssten die türkischen Gesetze greifen. Ja, bestätigt die Politikwissenschaftlerin, natürlich. Die türkischen Erwartungen an das Justizsystem seien hoch. Solange es keinen Druck gebe. Ansonsten wäre das schlimm für die Türkei.

Für viele Menschen in der Türkei handelt es sich um die schlimmste Regierungskrise, seit Ministerpräsident Recep Tayyip Erodgan vor elf Jahren an die Macht gekommen ist.

In Istanbul meint Ilham Ozdemir: “Zum Teil stimme ich Ministerpräsident Erdogan zu, will aber auch ein türkisches Sprichwort hinzufügen: “Wenn du die Spielregeln änderst, wirst du ihnen irgendwann zum Opfer fallen.” Damit meine ich: Er hat die Polizei und die Justiz zu dem gemacht, was sie heute sind. Deswegen sollte er sich jetzt nicht beschweren. Bei der Wahl bleiben uns nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Regierungspartei AKP oder die Partei des islamischen Predigers Gülen. Aber wir wollen eine dritte Alternative. Denn zwischen den beiden ersten tobt ein Machtkampf, das wissen wir zwar, wollen dabei aber nicht mitmachen.”