Eilmeldung

Eilmeldung

Erste Krisengespräche im Südsudan

Sie lesen gerade:

Erste Krisengespräche im Südsudan

Schriftgrösse Aa Aa

In Juba hat der südsudanesische Präsident Salvar Kiir Gespräche mit seinen Amtskollegen Uhuru Kenyatta aus Kenia und Hailemariam Desalegn aus Äthiopien geführt. Beide Länder haben ein großes Interesse an einem Ende der Krise. Als Nachbarländer des Südsudan befürchten sie eine eventuelle Flüchtlingswelle.

Hoffnungen auf ein Ende der Gewalt wären trotzdem verfrüht. Kiirs Gegenspieler und früherer Stellvertreter Rieek Machar erklärt nach wie vor zwar seine grundlegende Bereitschaft zu Gesprächen mit Kiir, aber nur unter der Bedingung, dass seine politischen Weggefährten aus dem Gefängnis entlassen werden. Das wird von Kiir strikt abgelehnt.

Aus Juba hieß es unterdessen, Regierungstruppen hätten die Hauptstadt von Jonglei, Bor, zurückerobert. Eine unabhängige Bestätigung gibt es dafür aber nicht. Nachdem die Krise im Südsudan Mitte Dezember begonnen hatte, waren die Kämpfe zunächst auf Jonglei übergesprungen. Jonglei ist der größte und bevölkerungsreichste und auch der gewalttätigste Bundesstaat des Südsudan. Die beiden Bürgerkriege der Vergangenheit hatten hier begonnen. Eine Rebellengruppe unter Führung des dem Murle-Stamm angehörendem David Yau Yau kämpft dort außerdem gegen Präsident Kiirs Regierung in Juba. Es erscheint wahrscheinlich, dass Machar versuchen wird, sich mit Yau Yaus Rebellen zu verbünden. Berichte über Einschläge von Mörsergranaten auf dem UN-Stützpunkt in Bor schüren weitere Zweifel an der Rückeroberung und Befriedung Bors.

Neue Kämpfe wurden unterdessen aus dem ölreichen Norden des Südsudan gemeldet, aus Malakal, der Hauptstadt des Bundesstaats Upper Nile State. Dieser liegt an der Grenze zum Sudan, wo es immer wieder Scharmützel an der Grenze gibt. Hunderttausende Menschen sind seit der Unabhängigkeit des Südsudan vom Sudan vom sudanesischen Blue Nile State nach Upper Nile State geflohen. Sie leben in Flüchtlingslagern nahe der Grenze unter schwierigen Bedingungen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind im Südsudan seit Ausbruch der Kämpfe Mitte des Monats über 90.000 Menschen auf der Flucht. Die Zahl der Toten wird auf über 1.000 geschätzt. Die Welthungerhilfe warnt vor einer schweren humanitären Katastrophe. In den Flüchtlingslagern drohe Seuchengefahr.