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Korruptionsskandal fordert immer mehr Opfer

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Korruptionsskandal fordert immer mehr Opfer

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Ein um Worte ringender türkischer Ministerpräsident: Im Korruptionsskandal gerät Recep Tayyip Erdogan immer stärker unter Druck. Er tauschte am Abend fast die Hälfte seiner Minister aus. Betroffen sind die wichtigsten Ressorts wie Wirtschaft, Justiz und Inneres. Erdogan stellte die Liste der Nachfolger am Abend Präsident Abdullah Gül vor.

Erdogan rechtfertigte den Schritt mit den Worten, “einige meiner früheren Mitarbeiter haben wegen der jüngsten Ereignisse ihren Rücktritt eingereicht. Einige von ihnen verzichten zu Gunsten des Kandidaten der Kommunalwahl auf ihr Amt. Den Rest habe ich gefeuert.”

Früher am Mittwoch traten drei der betroffenen Minister zurück. Ihre Söhne waren bei Großrazzien der Polizei festgenommen worden.Einer von ihnen, Umweltminister Erdogan Bayraktar, erhob schwere Vorwürfe gegen den Regierungschef und forderte auch ihn zum Rücktritt auf.

Worte, die die Wut Hunderter Menschen in Istanbul weiter anstachelten. “Lügner, Diebe” hallte es durch die Straßen.
Für diesen Freitag sind Großdemonstrationen in der ganzen Türkei geplant.

Der Korruptionsskandal erschüttert das Land seit etwa einer Woche. Es geht um milliardenschwere Ölgeschäfte mit dem Iran, obwohl gegen Teheran Sanktionen verhängt sind. Die Verdächtigen sollen hohe Regierungsmitglieder bestochen haben. Gegen 24 Menschen wurden Strafverfahren eingeleitet.