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Zweite türkische Verhaftungswelle möglicherweise behindert

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Zweite türkische Verhaftungswelle möglicherweise behindert

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Im Korruptionsskandal wird der Druck auf den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan größer. Um die Lage zu beruhigen, sind nun zehn neue Minister im Amt. Außerdem trat der Nationale Sicherheitsrat zu Beratungen zusammen. Unterdessen gab es neue Enthüllungen:

So berichtete der Staatsanwalt Muammer Akkas, er sei ohne Begründung von einem brisanten Korruptionsverfahren abgezogen worden. Nach seinen Worten plante er für diesen Donnerstag eine zweite große Verhaftungswelle, die aber nicht erfolgt sei. So hätten die Verdächtigen genügend Zeit, um Beweise zu vernichten. Einen entsprechenden Brief gab er an die Medien weiter. Der Oberstaatsanwalt von Istanbul bestreitet die Vorwürfe.

Nach Bekanntwerden des Korruptionsskandals vor anderthalb Wochen hatte die Regierung den Polizeichef von Istanbul und zahlreiche weitere Beamte austauschen lassen. Regierungskritische Medien werten das als Versuch der Regierung, die Ermittlungen zu behindern.

Die jüngsten Ereignisse treiben die Menschen wieder auf die Straße, wie zuletzt im Sommer bei den Gezi-Park Protesten. Für diesen Freitag ist eine landesweite Großdemonstration geplant.