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Korruptionsskandal in der Türkei: Demonstranten setzen Erdogan unter Druck


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Korruptionsskandal in der Türkei: Demonstranten setzen Erdogan unter Druck

Hunderte Demonstranten forderten am Donnerstag in den Straßen Istanbuls den Rücktritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Regierung. Seit über einer Woche leidet das Ansehen Erdogans und der AKP-Partei unter einem Korruptionsskandal. Die Regierung gerät immer mehr unter Druck und griff jüngst zu einer radikalen Maßnahme: Erdogan wechselte 10 seiner 26 Minister aus.

Jetzt wurde auch der ermittelnde Staatsanwalt Muammar Akkas von dem Fall abgezogen. Eine Begründung habe er dafür nicht bekommen. Unter den Verdächtigen wären auch bekannte Persönlichkeiten und Beamte, so der Staatsanwalt, doch sie seien nicht festgenommen worden.

Istanbuls Oberstaatsanwalt Turhan Colakkadi berichtete jedoch von anderen Gründen: “Nichts kann vertuscht werden”, sagte er und spielte möglicherweise darauf an, dass ihn Akkas erst spät über seinen Stand der Ermittlungen informiert hatte. Er wolle alles tun, damit die Kriminellen gerichtet würden, sagte Colakkadi weiter.

Das eigentliche Ziel der Korruptionsermittlungen sei er, sagte Ministerpräsident Erdogan der türkischen Zeitung “Hürriyet”. Er sprach auch nach den Rücktritten der umstrittenen Minister weiterhin von einer “Verschwörung” gegen ihn und seine Regierung. Türkei-Experten sprechen mittlerweile von der schlimmsten Regierungskrise, seitdem Erdogan an die Macht gekommen war. Für morgen ist in Istanbul eine Großdemonstration geplant. An Rücktritt denkt Erdogan nicht.

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