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Wer steckt hinter dem Mord an Mohammed Chatah?

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Wer steckt hinter dem Mord an Mohammed Chatah?

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Der ehemalige libanesische Finanzminister Mohammed Chatah ist bei einem Bombenanschlag in Beirut ums Leben gekommen. euronews-Reporter El Takash analysiert die Hintergründe des Attentats.

euronews: “Welche Botschaft steckt hinter diesem Anschlag?”

Ali El Takash: “Es sind mehrere Botschaften. Zunächst einmal geht es um den Ort, wir befinden uns hier im Zentrum von Beirut. Hinter mir sehen Sie den Ort der Explosion, man erkennt die Trümmer. Eines der Ziele des Anschlags war, genau hier, im Zentrum von Beirut, zuzuschlagen.

Wenn man darüber hinaus die politischen Institutionen im Libanon in Betracht zieht, erkennt man, dass diese völlig bewegunsunfähig sind. Das Thema Präsidentschaft ist angesichts der baldigen Wahlen ein sehr wichtiges. Es gibt Diskussionen in allen libanesischen Fraktionen. Der Libanon hat eigentlich keine Regierung mehr, die jetzige Regierung arbeitet kommissarisch. Die Institutionen, die diesen Anschlag nun untersuchen sollten, gibt es nicht, deshalb können sie auch nicht die Rolle spielen, die sie spielen sollten.”

euronews: “Ist die Ermordung von Mohammed Chatah eine Antwort auf den Anschlag auf die iranische Botschaft in Beirut im November?”

El Takash: “Was ich bestätigen kann, ist, dass der Libanon seit einiger Zeit zu einem Ort geworden ist, um politische und die Sicherheit betreffende Botschaften zu übermitteln. Denn dieser Anschlag setzt die Reihe der Explosionen fort, die es in den vergangenen Wochen und Monaten gegeben hat und die den Libanon zu einer Art Briefkasten für derartige Botschaften gemacht hat.”

euronews: “Steht dieser Anschlag in irgendeiner Form in Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuss zum Mord an Rafik Hariri im Jahr 2005?”

El Takash: “Der ehemalige Ministerpräsident, also Hariris Sohn Saad, hat in seiner Funktion als Vorsitzender der Partei Al Mustaqbal gesagt, dass diejenigen, die den heutigen Anschlag verübt haben, auch hinter der Ermordung seines Vaters stecken. Diese Erklärung deutet in Richtung Hisbollah.”