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China lockert Ein-Kind-Politik und schafft Arbeitslager ab

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China lockert Ein-Kind-Politik und schafft Arbeitslager ab

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In China ist ein neues Reformpaket in Kraft getreten. Mit den Reformen hat das Land unter anderem seine Ein-Kind-Politik gelockert. Paare, von denen ein Partner Einzelkind ist, dürfen künftig zwei Kinder haben. Bisher galt diese Regel nur für Paare, bei denen beide Partner selbst Einzelkinder waren.

2012 begann die arbeitsfähige Bevölkerung in China um 3,4 Millionen jährlich zu sinken. Wenn es so weiter ginge, würde es im Jahr 2030 massiv an Menschen im arbeitsfähigen Alter mangeln, denn mehr als ein Viertel aller Chinesen wäre dann über 60 Jahre alt. Die strikte Familienpolitik verringerte bis heute die chinesische Bevölkerung um schätzungsweise 300 Millionen Menschen.

Der Ständige Ausschuss des chinesischen Volkskongresses verabschiedete als höchstes Legislativorgan die entsprechende Resolution zu den Reformen. Auch die umstrittenen Arbeitslager zur Umerziehung wurden formell abgeschafft.

Menschenrechtsgruppen werfen der chinesischen Regierung
Augenwischerei bei der Abschaffung der Arbeitslager vor. Laut Amnesty International würden einige Lager lediglich den Namen ändern. In den Arbeitslagern konnten Chinesen ohne Gerichtsverfahren bis zu vier Jahre festgehalten werden.