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Libanon: Ermordeter Oppositionspolitiker Schattah beigesetzt

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Libanon: Ermordeter Oppositionspolitiker Schattah beigesetzt

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Im Libanon ist der anti-syrische Oppositionspolitiker Mohammed Schattah beigesetzt worden. Er war am vergangenen Freitag bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen. Tausende drängten sich, um von Schattah Abschied zu nehmen. Die Regierung hatte strengste Sicherheitsmaßnahmen für die Beisetzung angeordnet.

Bei dem Attentat in Beirut waren am Freitag sechs Menschen getötet und 70 verletzt worden. Die Terrortat galt Schattah. Die in einem Auto versteckte Sprengladung explodierte, als der Konvoi des engen Beraters von Ex-Regierungschef Saad Hariri vorbeifuhr. Der sunnitische Politiker war auf dem Weg zu einem Treffen von Gefolgsleuten Hariris.

Schattah war im Jahr 2008 Finanzminister. Er diente sowohl dem damaligen Ministerpräsidenten Saad Hariri als auch dessen Vorgänger Fuad Siniora als Berater für das Finanzwesen. Der Anschlag auf Schattah erfolgte knapp drei Wochen vor dem geplanten Beginn des Prozesses gegen die mutmaßlichen Mörder von Rafik Hariri in Beirut.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte erklärt, Schattahs Tod sei ein furchtbarer Verlust für den Libanon und eine Mahnung, dass es keine Straflosigkeit für die Täter geben dürfe.

In dem kleinen arabischen Mittelmeerland stehen sich die pro- und anti-syrischen Kräfte nahezu unversöhnlich gegenüber. Dem anti-syrischen Block steht Hariris Zukunftsbewegung vor. Er war von 2009 bis 2011 Ministerpräsident des Landes. Das pro-syrische Lager führt die schiitische Hisbollah-Bewegung an, die derzeit auch die Regierung in Beirut dominiert. Ihre Milizen kämpfen an der Seite der Truppen des Machthabers Baschar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg.