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Tote bei neuem Sprengstoffanschlag in Wolgograd

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Tote bei neuem Sprengstoffanschlag in Wolgograd

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Einen Tag nach dem Selbstmordanschlag auf den Bahnhof von Wolgograd sind bei einer Explosion in einem Linienbus in der südrussischen Stadt mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Bis zu 25 Personen wurden verletzt. Nach Angaben der russischen Sicherheitsbehörden handelt es sich um einen Sprengstoffanschlag. Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Anschlag in Verbindung mit dem gestrigen Anschlag auf den Bahnhof stehe, heiß es von Seiten des Geheimdienstes FSB.

Der Oberleitungsbus der Linie 15 verbindet die Vororte der südrussischen Großstadt mit dem Stadtzentrum. Passagiere berichteten von einem lauten Knall und einem Blitz. Danach sei alles in Rauch gehüllt gewesen, schilderte eine Frau.

Vermutlich wurde der Sprengsatz mit einem Mobiltelefon ferngezündet. Das Funktelefonnetz Wolgograds wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Kurz nach Bekanntwerden der Detonation wurden auch in Moskau die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Wie die Nachrichtenagentur RIA-Novosti meldet, befahl Staatspräsident Putin FSB-Direktor Aleksandr Botnikow, sich nach Wolgograd zu begeben.

Erst gestern waren bei einem Selbstmordanschlag im Bahnhof von Wolgograd, dem früheren Stalingrad, mindestens 17 Menschen getötet worden.

Sicherheitskameras hielten den Augenblick der Explosion im Eingangsbereich des Gebäudes fest.

Der Attentäter sprengte sich mit einer mit Nägeln und Schrauben gefüllten Bombe inmitten einer Menschenmenge im Eingangsbereich des Bahnhofs in die Luft.

Unter den Opfern des Anschlags befand sich auch ein 29jähriger Polizist, der offenbar misstrauisch geworden war und den Attentäter aufhalten wollte.

Ursprünglich waren die russischen Behörden davon ausgegangen, dass der Anschlag von einer Frau verübt worden war.

Der Anschlag ereignete sich sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi.

Im Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen Linienbus in Wolgograd sechs Menschen getötet worden. Am Freitag kamen bei der Explosion einer Autobombe in einem Kurort im Nordkaukasus drei Menschen ums Leben.

Militante Islamisten in Teschetschenien hatten im Sommer zu Attentaten aufgerufen, um die Olympischen Spiele zu stören.