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Endlich Arbeit: Putzjob in Fukushima

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Endlich Arbeit: Putzjob in Fukushima

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Die Börse in Tokio schloss zum Jahreswechsel auf einem Sechs-Jahres-Hoch. Doch nicht allen geht es gut im Reich der aufgehenden Sonne. In Sendai City nördlich von Fukushima hatte Shizuya Nishiyama, – seit Jahren obdachlos, – (eigentlich) viel Hoffnung für das neue Jahr. Einen Job hatte er bekommen: ein verstrahltes Atomkraftwerk durfte er putzen.

“Mich fragte einer, hast du Hunger, willst du arbeiten? Dann haben sie mich nach Fukushima gebracht. Die Kosten für Schlafplatz und Miete haben sie mir vom Lohn abgezogen. Am Ende blieb nichts. Wir Obdachlose sind leichte Opfer. Wir wollen einen Job. Wir alle haben Hunger.”

Umgerechnet etwa 100 Euro Prämie gibt es für den Arbeitsvermittler, für den, der die Obdachlosen rekrutiert. Über die Gefahren der Arbeit, klagt Baptistenpfarrer Yasuhiro Aoki, werden die Obdachlosen nicht aufgeklärt.

“In Fukushima gehen ihnen die Arbeiter aus, denn die meisten sind schon bis an die zulässige Höchstgrenze verstrahlt. Also werden jetzt die Obdachlosen dorthin gekarrt und riskieren ihr Leben.”

Shizuya Nishiyama hat seinen Job in Fukushima hingeworfen. Er ist zurück auf der Straße in Sendai City…