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Am Panama-Kanal droht Baustopp

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Am Panama-Kanal droht Baustopp

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Wegen eines Streits um die Baukosten droht am Panamakanal ein Baustopp. Das spanisch-italienisch-belgisch-panamaische Konsortium, das für die Erweiterung der Schleusen des Panamakanals zuständig ist, will in drei Wochen die Arbeiten einstellen, falls sich die Kanalbehörde nicht bereiterklärt, für Mehrkosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro aufzukommen. Diese seien auf „nicht vorhersehbare Umstände“ zurückzuführen, wie sie „bei Projekten dieser Größenordnung allerdings üblich“ seien.

Außerdem warf das Konsortium der Kanalbehörde vor für Verzögerungen im Bau verantwortlich zu sein, weil ihre Techniker mehrfach die Betonmischung beanstandet hätten. Dies habe erhebliche Mehrkosten verursacht. Die Kanalbehörde erklärte, sie werde sich nicht erpressen lassen. Schlimmstenfalls werde man die Arbeiten selbst beenden.

Die Erweiterung des Panamakanals ist das größte Infrastrukturprojekt der Welt. Der Bau einer dritten, größeren Schleusenkammer von 427 Meter Länge und 28 Meter Breite ist das Kernstück der Erweiterung. Mit der 5,2 Milliarden Euro teuren Erweiterung des Panamakanals steigt seine Transportkapazität von 300 Millionen Tonnen auf 600 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr.

Der Vertrag zwischen der Kanalbehörde und dem Baukonsortium sieht vor, dass die Behörde Mehrkosten trägt und im Streitfall ein unabhängiger Schlichter angerufen wird.

Weiterführende Links

Panamakanal-Behörde (spanisch, englisch)

Grupo Unidos por el Canal, SA (GUPC SA, Baukonsortium) (spanisch, englisch)

Sacyr (Federführender Baukonzern) (spanisch, englisch)