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Fiat übernimmt Chrysler: "Fragen Sie Dr.Z"

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Fiat übernimmt Chrysler: "Fragen Sie Dr.Z"

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Die Fusion mit Daimler vor 15 Jahren ging in die Hose. Jetzt will es Fiat besser machen:

Der von der Absatzkrise in Europa schwer getroffene Autohersteller übernimmt die US-Firma Chrysler komplett: Fiat-Chef Sergio Marchionne legt nach langem Tauziehen 3,15 Milliarden Euro auf den Tisch für 41,5 Prozent an der drittgrößten US-Autofirma.

Experten hatten 15 Prozent mehr für das Paket erwartet, mindestens. “Marchionne hat es mal wieder geschafft”, sagte ein Banker.

Chrysler arbeitet hochprofitabel, während Fiat Verluste schreibt. Chryslers Absatz steigt, der von Fiat schrumpft.

Cesare Pozzi, Professor für Betriebswirtschaftslehre, Universität LUISS, Rom:

“Das hier könnte es eine Chance haben. Diese Art von “Fusion” könnte ohne allzu viele “Leichen” abgehen: Beide Unternehmen kommen aus dem Keller. Der Sektor ist im Umbruch. Da könnte ein industrielles Projekt rauskommen.”

Die Firmen arbeiten bei Entwicklung, Händlernetz, Einkauf und Management schon eng zusammen. Interessant für Fiat auch: Knapp 9 Milliarden Euro in der Kriegskasse der Amerikaner.

Aber “wenn nichts sich mit nichts verbindet, ist und bleibt die Summe klein,” unkt Oliver Roth, Sales Director, Close Brothers Seydler Bank AG,

“Fiat hat massive Probleme. Jetzt versuchen sie, sich aus dieser Krise herauszuschießen, indem sie Chrysler ganz übernehmen. Chrysler wiederum hat gute Verkaufszahlen in dem boomenden US-Automarkt. Das allein allerdings wird Fiat nicht helfen. Sie müssen neue Produkte, neue Autos letztendlich, entwerfen. Das haben sie für 2014 nicht getan. 2015 planen sie es – aber die Autokrise, die geht weiter und ob Fiat damit jetzt einen großen Schlag gesetzt hat, das ist die große Frage.”

Fiat will neun Milliarden Euro in die Fabriken in Europa investieren.

Und schließlich gibt es an der Spitze der Daimler AG immer noch Dieter Zetsche mit seiner Kompetenz als "Dr. Z" an der Spitze von Chrysler – wenige Jahre, bevor Chrysler, von Daimler aufgegeben, in der Finanzkrise krachend pleite ging.

Sigrid Ulrich mit Reuters, dpa