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Lettlands kühles "Ja" zum Euro

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Lettlands kühles "Ja" zum Euro

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Bange Frage in Lettland: Wird der Euro ein Teuro? Bei etwa 680 Euro Durchschnittsverdienst im Monat hält sich die Begeisterung der Letten über das neue Geld in Grenzen.

Lettland ist seit Jahresbeginn – nach Estlands Beitritt 2011 – der zweite baltische Staat und die zweite Ex-Sowjetrepublik in der Eurozone.

Mehr als ein Viertel der Letten muss mit rund 290 Euro Mindestlohn auskommen. 40 Prozent der Bevölkerung sind von Armut bedroht und das Armutsrisiko ist eines der höchsten in Europa.

Andererseits ist der Euro das Symbol einer lettischen Erfolgsgeschichte.

Zwischen 2008 und 2010 war die Wirtschaftsleistung um 20 Prozent eingebrochen.

Nach Beinahe-Staatspleite, Hilfskrediten und einem radikalen Spar- und Reformprogramm , steht der Staat mit seinen zwei Millionen Einwohnern bei der Arbeitslosigkeit besser da als der Rest der Eurozone. Und ist beim Wirtschaftswachstum Spitze, mit mehr als 4 Prozent.

Wenn nur die Inflationsrate nicht wäre.

Der Hintergrund: 30 Prozent der Bewohner Lettlands sind Russen. Und viele Letten fürchten im Schlepptau des Euro einen Ansturm reicher Russen, ähnlich wie einst in Zypern. Im Moment exportiert das Land hauptsächlich Holz und Holzprodukte (über 30 % der Exporte), Metalle und Metallprodukte (14 %) und Textilien (11 %).

Im Frühjahr soll die EU entscheiden, ob auch die Nachbarn in Litauen fit genug sind für die Euro-Einführung. Dort haben russische Konzerne und Oligarchen jetzt schon starken Einfluss auf den Finanzmarkt.

su mit dpa