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Südsudan verhängt Ausnahmezustand über zwei Bundesstaaten

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Südsudan verhängt Ausnahmezustand über zwei Bundesstaaten

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Südsudan hat nach mehrwöchigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen über zwei Bundesstaaten den Ausnahmezustand verhängt.

Weite Teile von Unity State und Jonglei befinden sich unter der Kontrolle von Milizen, die den ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar unterstützen. Machar war im Dezember von Präsident Salva Kiir abgesetzt worden. Da die beiden Männer unterschiedlichen Stammesgruppen angehören, hat sich die Gewalt zu einem ethnischen Konflikt entwickelt.

Die Vereinten Nationen haben die Zahl der Friedenshüter in Südsudan verstärkt und fordern ein sofortiges Ende der Gewalt.
Trotz der anhaltenden Kämpfe haben die verfeindeten Gruppen Unterhändler zu Friedensgesprächen in Äthiopien entsandt.

Etwa 180.000 Menschen sind vor der Gewalt geflohen. Viele von ihnen suchen Zuflucht in UN-Flüchtlingslagern.

Die Amerikanerin Kim Campbell flüchtete mit ihren Töchtern und zehn Waisenkindern in ihrer Obhut in ein Lager in der Stadt Malakal: “Bei unserem ersten Versuch, das Waisenhaus zu verlassen, wurde auf uns geschossen”, berichtet sie. “Ich weiß nicht, ob man uns nur erschrecken wollte, ob auf uns gezielt wurde oder ob wir in einen Schusswechsel geraten waren. Jedenfalls wurde in unsere Richtung geschossen, die Kugeln sausten über unsere Köpfe hinweg und wir liefen zurück. Beim zweiten Versuch erreichten wir dann das UN-Lager.”

Seit dem Beginn der Kämpfe am 15. Dezember sind mindestens tausend Menschen ums Leben gekommen.

Südsudan ist der jüngste Staat der Welt. Das Land errang vor gut zwei Jahren die Unabhängigkeit von Sudan.