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Euro-Firmenkredite: Volle Tränke, aber die Pferde saufen nicht

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Euro-Firmenkredite: Volle Tränke, aber die Pferde saufen nicht

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Die Banken in der Euro-Zone haben ihre Firmenkredite so stark zurückgefahren wie noch nie.

Trotz der rekordniedrigen Zinsen waren die Darlehen an Unternehmen im November um 3,9 Prozent niedriger als 12 Monate zuvor, so die Europäische Zentralbank (EZB) – insgesamt 13 Milliarden Euro. In Italien schrumpften diese Darlehen in Rekordtempo – es ging um 5,9 Prozent bergab. In Spanien gab es sogar einen Rückgang um 13,5 Prozent. “Es geht immer weiter runter, das ist eine bedenkliche Entwicklung”, sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei der deutschen Privatbank Bankhaus Lampe. Jetzt sei die Politik am Zug, vor allem Frankreich und Italien bräuchten Reformen. Die EZB könne keine Strukturprobleme lösen.

Die EZB hatte im November den Leitzins überraschend auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt – auch um eine Kreditklemme abzuwenden. Im Dezember kündigte EZB-Präsident Mario Draghi an, die Zentralbank sei zu weiterem Handeln bereit und verfüge über ein schlagkräftiges Arsenal an Möglichkeiten. Die EZB hatte zuletzt wiederholt eine Art Strafzins für das Parken von Geld erwogen.

Lebenserfahrung von Ökonom John Maynard Keynes und dem deutschen Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller (SPD, 1966-1972): “Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selber.”

Sigrid Ulrich mit Reuters