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Westliche Mode & chinesisches Kapital = Nähen für Billigstlöhne

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Westliche Mode & chinesisches Kapital = Nähen für Billigstlöhne

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Protestaktionen ausgebeuteter Textilarbeiter sind längst keine Seltenheit mehr. Ob in Kambodscha oder in anderen Billiglohnländern. Und wer so verzweifelt um mehr Lohn kämpft, der lässt sich auch für politische Zwecke instrumentalisieren, sobald eine politische Kraft Hilfe verspricht. Als im April gleich mehr als tausend dieser Billigst-Löhner in einer einstürzenden Fabrik in Bangladesh starben, schreckte schon manch ein westlicher Kunde auf, den bisher nur die ach so günstigen Preise interessiert hatte. Denn ebenso wie diverse Brände zuvor, was das kein normaler Industrieunfall.

Es war das folgerichtige Ergebnis einer Unternehmenspolitik, bei der alles auf Verschleiß gefahren wird: Fabriken wie Arbeiter. Denn der “Nachschub” wartet schon. In Bangladesh wie in Kambodscha boomt das Geschäft mit der allerbilligsten Arbeitskraft. 90 % der Textilarbeiter in Kambodscha sind Frauen und Mädchen unter 24. Den größten Teil ihrer Exporterlöse erwirtschaften beide Länder mit Arbeit für extrem niedrige Löhne. Die betragen in Bangladesh monatlich 50 Euro, in Kambodscha 59 Euro – und liegen damit deutlich unter den 110 Euro in China. Dafür sind die Fabriken immer häufiger in chinesischer Hand!

Schuften für chinesisches Kapital! Die Genossen aus der Volksrepublik machen als Ausbeuter asienweit Karriere. Auch so sieht Chinas Aufstieg zur wirtschaftlichen Weltmacht aus. Und was bedeutet das für die Verbraucher in den westlichen Industrieländern? Kostet ein Tee-shirt einer internationalen Marke im Laden in Europa 29 Euro, dann bekommt die asiatische Näherin davon 18 Cent als Lohn. In der in Bangladesh eingestürzten Fabrik ließen 29 internationale Textilunternehmen fertigen. Ganze drei davon beteiligen sich an einem Hilfsfonds für die Opfer. Die anderen verschließen weiterhin die Augen davor, wie ihre “günstigen” Preise zustand kommen. Was Europäer anfingen machen jetzt Chinesen nach: Sie lagern ihre Produktion dorthin aus, wo Arbeitskraft billiger zu haben ist.